SES: Around the world – Die globale Suche

von Andreas am 24. November 2009

Der zweite Vortrag der SES 2009, welcher erneut auf Englisch stattfand, beschäftigte sich diesmal nicht mit der regionalspezifischen Sichtweise des SEOs in Bezug zu Deutschland oder Europa, sondern widmete sich dem Gesichtspunkten einer Suchmaschinenoptimierung unter globalen Gesichtspunkten. Speaker dieser Vortrages waren Anne Kennedy (Joblr.com), Motoko Hunt ( AJPR LLC), Erica Schmidt (Isobar) und Ian McAnerin (McAnerin Networks). Moderiert wurde der Vortrag durch Andy Atkins Kruger von Webcertain Global. Die Sprecher verwiesen in ihren Vorträgen darauf, dass es zwar globale Suchmaschinentrends gibt, diese jedoch auf den regionalen Märkten äußerst different verlaufen können.
So ist die hier alltäglich wahrgenommende Marktdominanz von Google nicht direkt auf jeden lokalen Suchmaschinenmarkt übertragbar. Zwar hat in Deutschland Google einen Marktanteil von mehr als 90%, aber beispielsweise in den USA beträgt dieser “nur” noch 65,4%. Hier spielen Yahoo mit 18% und Bing mit knappen 10% eine durchaus mitentscheidende Rolle wenn es um Onlinemarketing und SEO geht. Interessant war jedoch nicht nur die Vorstellung des US Marktes, da dieser doch im Internet ausreichend behandelt wird, sondern wie sich die Trends der Suchmaschinen beispielsweise in Lateinamerika oder in Asien entwickeln.

Trends Lateinamerika

Im Allgemeinen lässt sich für den lateinamerikanischen Raum feststellen, dass Google mit 91% absoluter Marktführer ist. Yahoo kommt hierbei lediglich auf 4%. Bing nwurde gar nicht erwähnt. Interessant für alle Onlinemarketingmanager dürfte jedoch vor allem das abweichende Nutzerverhalten der Internetuser in Lateinamerika gegenüber Europa oder den USA darstellen. Zwar suchen viele Nutzer online nach Produkten, aber diese werden zumeist konservativ offline eingekauft. Die Suchanfragen und das Marketing konzentrieren sich demnach vor allem auf eine Komparation, als eine “Click-to-buy” Zieldefinition. Diesbezüglich sind es vor allem die kontextuellen Ads, die sich für den lateinamerikanischenMarkt anbieten. Als Webdesigner sollte man sich auch undebingt vergegenwärtigen, dass  in Lateinamerika kein flächendeckendes Breitbandnetz vorhanden ist und auch die sonstige Telekommunikationsstruktur eher dürftig ausgebaut ist. D.h. im Umkehrschluss, keine überladenen Seiten mit viel Flash und Bildern.
Falls ihr mit dem Gedanken spielt einmal SEO in Lateinamerika, beispielsweise Brasilien zu werden, so habt ihr wohl recht gute Chancen. Auch das Platzieren von euren Websites dürfte dort noch wesentlich einfacher sein, als in Europa oder in den USA, denn laut dem Vortrag gibt es so gut wie keine SEOs, die in Brasilien aktiv sind. Aber es rentiert sich ja nur, wenn ihr dort auch offline was zu verkaufen habt? Evtl. eine neue Destination für nen iphone Shop?

Speziell in Brasilien ist vor allem der Aspekt des Social Webs ein aktueller Trend. Mehr als 80% der Onlinenutzer sind “sozial” im Netz unterwegs. Jedoch und das ist wiederum sehr interessant. Brasilianer akzeptieren keine Blogs als Informationsmedium. Sie greifen lieber auf Newsportale und Newsfeeds renomierter Zeitschriften zurück.

Ein bisschen hektisch war der asiatische Vortrag, da zum einen das Englisch der Rednerin recht “komplex” war und zum einen ein paar Fakten wild durcheinander über den Beamer geworfen wurden. Nicht verwunderlich war die Feststellung, dass Google nicht in allen asiatischen Ländern Marktführer ist. *Überraschung* Interessant für den asiatischen Markt war vor allem Indien, da hier die Masse an Onlinezugängen weiter zunimmt und die Inder sehr aktiv in Facebook und Co sind. Also immer schön mit Facebookads hantieren, wenn ihr das Fuß fassen möchtet.

Allgemeine Trends im Bereich SEO und Co.

Gegen Ende wurde der Vortrag aber noch einmal richtig interessant. Erica Schmitt berichtete über Entwicklungen in Europa und verwies darauf, dass 32% aller weltweit getätigten Suchanfragen aus Europa kommen. Witziger Seitenverweis war die Darstellung, dass laut einer Studie ca 32% angeben ohne eine Internetsuche nicht mehr leben zu können. Naja, wer fragt denn sowas?
Klar wurde im Vortrag auch auf die Google Dominanz innerhalb der euopäischen Grenzen verwiesen und angemerkt, dass  die Paid Search die beliebteste Onlinead der Euopäer ist. Für mich besonders wertvoll, war die Information des europäischen Vortrages, dass Google beispielsweise in Russland durchaus das Kaufen von Links als Optimierungsansatz schweigend duldet. Der Linkkauf und Verkauf ist auch deshalb in Russland das #1 Instrument der Onlinemarketingagenturen und SEOs um Websites nach vorne zu pushen. Eine Abstrafung fürs Linkkaufen, findet nur äußerst selten statt, sofern die Seite eine gewisse Qualität aufweist.

Anschließend wurde abermals kurz der US Markt vorgestellt.  Trends sind hierbei vor allem im der Universal Search und dort im speziellen im Videobereich zu sehen. Viele Advertiser setzen auf dieses Videoads und verzeichnen neben Textads gute Resultate. Auch die mobile Internetnutzung ist ein starker Trend in Amerika. Eine Studie ergab das der iPhone Browser der viert-häufigst verwendete Browser ist. Krass. Für den US Amerikanischen Markt lassen sich anhand des Vortrages konstatierend folgende Trends im Bereich SEO und SEM erkennen:

  • Die mobile Internetnutzung mit kleineren Displays nimmt rapide zu (–> Auflösungen der Websites in versch. Versionen anpassen)
  • Visual Search nimmt zu. Bilder Videos in Suchergebnissen und vermutlich auch bald in der Paid Search (Randbemerkung: Mit Bildern verarbeiten wir Menschen 27% schneller bereitgestellte Informationen. Hört hört)
  • Also Videos und Images werden für die SEOs immer wichtiger!

Zum Schluss gabs dann noch ein paar Hinweise, wie man mit den Entwicklungen einer universellen Suche auf dem globalen Markt am besten schritthalten kann und Webseiten für die Video- und Bildersuche optimiert.  Auch hier das wichtigste Kompakt:

  • Man sollte hochwertige, aussagekräftige Bilder verwenden
  • Bilder sollten immer im textuellen Kontext der Seite stehen und mit einer ausreichenden Beschreibung definiert werden. Google braucht Text zum einordnen.
  • Neben dem Text sollten auch die Bildattribute (img tags) verwendet werden. Titl, descript. und bla…
  • Auch wichtig ist der Ordnername in welchem das optimierte Bild gespeichert werden sollt. Am Besten ein themenaffine Name
  • Linktext zum Bild themenaffin auswähl

Und jetzt gehts erst mal zum deutschen SEO-Vortrag mit TRG und suchmaschinentricks

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