SEMSEO: Suchreichweite verstehen

von Rouven am 26. Februar 2010

Uwe Tippmann (ABAKUS Internet Marketing) spricht jetzt über Suchreichweite.

Auf dem Markt befinden sich diverse Tools zur Reichweitenanalyse. Anbieter, die derartige Kennzahlen herausgeben, lassen sich nicht gerne in die Karten gucken, wie sich Angaben zur Reichweite zusammensetzen.

Daher in diesem Vortrag ein Überblick über die Ansätze, Suchreichweiten zu ermitteln.

Vorweg: Was ist Suchreichweite?

Die Suchreichweite gibt den Anteil der Personen an, die durch eine Webseite in den Ergebnissen der Suchmaschinen erreicht werden können.

Welche Fragen beantwortet die Suchreichweite?

  • Performance in Suchmaschinen
  • Such- und Markenpopularität in Suchmaschinen
  • Traffic-Potentiale
  • Historischen Verlauf beobachten (eigene und Mitbewerber)

Methode 1 – der theoretische Ansatz

Man nehme eine vordefinierte (limitierte) Keywordliste und fragt diese regelmäßig bei den Suchmaschinen ab. Anhand der gespeicherten Rankings und mit künstlichen Faktoren (z.B. Suchhäufigkeit) wird eine wahrscheinliche Sichtbarkeit ermittelt.

Nachteil: Es gibt nur einen sehr begrenzten Longtail, da die Keyword-Listen endlich sind und nicht unbegrenzt viele Keywords überwacht werden können.

Ferner ist der Keyword-Bestand oft unausgewogen, da die Keywordlisten, die man bekommt, vorselektiert sind (z.B. Zensur von pornographischen Suchbegriffen, obwohl diese rund 20% aller Suchen ausmachen). Ebenfalls enthalten diese Listen Bot-Traffic, sodass die angegebenen Suchvolumina nicht zwingend repräsentativ sind.

Zudem mangelt es oft an aktuelleren Keywords, da die vorgenannten Keywordlisten nur in größeren Intervallen aktualisiert werden.

Methode 2 – der praktische Ansatz

Man nehme ein ausreichend großes User Panel mit ausgewogenem Suchverhalten und wertet das individuell angepasste Ranking der Ergebnisse anaonym und normalisiert aus.

Diese praktischen Ansätze sind aber nur möglich, wenn man “über” den Suchmaschinen steht – beispielsweise wie comscore, Nielsen, alexa etc., welche ISP-Daten verarbeiten.

Vorteil des praktischen Ansatzes: Es werden natürliche Longtail-Keywords erfasst. Auch fließen natürliche Such- und Absprungsverhaltensmuster in die Daten ein (keine Bot-Hits).

Weiterer großer Vorteil: Sämtliche individuelle Anpassungen (Personalisierungen) fließen mit in die Ergebnisse ein. Auch lokalisierte Anpassungen fließen hier mit ein, was bei statischen Abfragen der ersten Methode nicht erfasst werden kann.

Das heute vorgestellte “SEO Diver“-Tool der ABAKUS Internet Marketing GmbH verwendet ausschließlich Panel-Daten von echten Usern, die anonym ausgewertet werden. Man versucht sich also an der praktischen Methode.

Es folgt eine Demonstration anhand der Domain “koeln.de”. Man sieht Peaks in der dargestellten Suchreichweite zur Karnevalszeit – die Korrelation zwischen Suchreichweite und Traffic-Spitzen aufgrund der “echten” User-Daten wird gut deutlich. Auch, wenn sich die Rankings nicht verändern, steigt die Suchreichweite (nach Definition von SEO Diver) an, wenn der Traffic steigt. So ist ein sehr aktueller und “tatsächlicher” Bezug vorhanden. Panel-Daten eben.

Es werden Daten von über 18 Millionen Domains und über 200 Millionen Keywords weltweit erfasst, davon rund 39 Millionen Keywords alleine aus Deutschland.

Später wird es auch Tools zur Backlink-Analyse und -Recherche geben. Start ist in 10 Wochen ab 99 Euro pro Monat.

Mittagspause :-)

Ähnliche Artikel

Ein Kommentar zu "SEMSEO: Suchreichweite verstehen"

SEMSEO 2010 Recap - SEO.de am 1. März 2010

[...] kennen zu lernen. Gut erholt gings dann eine Viertelstunde später mit Uwe Tippmanns Beitrag “Suchreichweite verstehen” weiter. Frei nach dem Motto: “Tauchen Sie ein in die Welt der Suche und analysieren [...]

Kommentar zu "SEMSEO: Suchreichweite verstehen" schreiben