SMX: Keynote: Naht das Ende von Cookies, Tracking und Targeting Techniken?

von Jonas am 25. März 2010

Speaker:

  • Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
  • Thomas Duhr, Vice-Chairman IAB Europe

In der Mittagspause kam es zum Schlagabtausch zwischen Peter Schaar (Datenschützer) und Thomas Duhr (Datensammler). Thomas Duhr will Daten sammeln, um die User Experience zu verbessern. Das ist ein wichtiger Punkt. Genau aus diesem Grund sammeln auch Kraken wie Google jede Menge Daten. Aber um welchen Preis?

Ein Teilnehmer zu Retargeting:

Retargeting ist extrem frustrierend. Ich habe in einem Produkt- Forum einen Kommentar hinterlassen. Danach wurde mir beim Surfen ständig das gleiche Produkt angeboten, obwohl ich es nicht wollte. So aggressiv wurde ich eigentlich bisher nur von 3 Sonnenbrillenverkäufern auf Bali genötigt, nur weil ich eine Sonnenbrille trug.

Auch auf die Gefahr hin, dass hier viele nicht meiner Meinung sind, muss ich sagen, mich hat der Vortrag von Peter Schaar überzeugt. So gerne ich die Möglichkeiten auch persönlich nutze.

Was will er erreichen?

  • Es darf nicht sein, dass es theoretisch möglich ist, eine IP-Adresse auf eine persönliche Person zurückzuführen. Eine IP-Adresse findet er grundsätzlich in Ordung, wenn die für den letzten Schritt notwendigen Nummern zerstört werden. Diese verschleierte IP-Nummer bietet immer noch sehr viele Möglichkeiten des Trackings
  • Die Sicherheitseinstellungen bei Browsern sollen von Werk so eingestellt werden, dass keine Daten gesammelt werden, die Personen wieder identifizieren können. Will ein User seine Einstellungen lockern, dann kann er dies manuell im Browser vornehmen. Dies gilt v. a. auch für Cookies. Der Standardnutzer (technisch nicht so versiert) soll geschützt werden. In den meisten Fällen wird Software in der Standardeinstellung verwendet.

Theoretisch gefährlich wird es vor allem dann, wenn alle Daten in einer Hand sind. Somit kann Google (noch) nicht dynamische IP-Adressen auf Personen zurückverfolgen, weil sie kein Service-Access-Provider sind. Übrigens wurde eines nicht erwähnt, wahrscheinlich, weil immer auf Google geschossen wird.

Der deutsche Big Player Deutsche Telekom wäre hierzu ohne weiteres in der Lage. Sie haben Daten zu Suchen (Google Suche eingebunden) und sie sind auch Internet-Access-Provider. Mal schauen, wann die nächste Daten-CD ihren Besitzer wechselt.

Genau hier muss der Datenschutz eingreifen und uns vor großen mächtigen Unternehmen und offiziellen Stellen schützen. Leider funktioniert dies teilweise nur träge, aber es ist ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wäre nicht eine so enorme Protestwelle in Deutschland gegen Google Street View gestartet, hätten wir u. U. heute schon Google Home View.

Unternehmen wie Google treiben es mit Absicht immer bis an die Grenze, hier können die Big Player nur noch Gesetze stoppen. Das weiß auch “evil 2″ Microsoft und klagt in Brüssel. Nur so sind mächtige Unternehmen zu stoppen bzw. zu bändigen. Leider war das Publikum eher auf der Seite von Thomas Duhr, was man an den Reaktionen spüren konnte. Er hat aber nun mal ihre Interessen im Businessbereich unterstützt.

Wir machen leider immer den Fehler, von unserer Expertise als IT-Spezialisten als Standard auszugehen. Wir verurteilen sogar ab und zu private User, die leichtfertig ihre Reputation im Internet verspielen. Das Internet verzeiht nicht, unerfahrene Benutzer verstehen das nicht ohne weiteres. Deswegen ist es die Aufgabe des Staates, hier alle unsere Bürger zu schützen. Im Bereich “bilden und aufklären” hat er das noch nicht getan.

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2 Kommentare zu "SMX: Keynote: Naht das Ende von Cookies, Tracking und Targeting Techniken?"

Enno am 26. März 2010

Beim Link wurde ein Doppelpunkt vergessen. Kommentar kann gelöscht werden.

Jonas am 26. März 2010

Vielen Dank, behoben.

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