Bing benennt drei Faktoren für Content Qualität – was lässt sich daraus ableiten?

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Im Dezember letzten Jahres hat die Suchmaschine von Microsoft – Bing – einen Blogpost veröffentlicht, in welchem der Senior Program Manager des Bing Content Quality Teams, Michael Basilyan, zeigt, wie Bing die Qualität von Inhalten misst und bewertet. Die Qualität von Inhalten ist laut Basilyan ein primärer Rankingfaktor für Bing und reiht sich in die folgende Ranking-Formel ein:

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Quelle: Bing Blogs

Doch wie misst und definiert Bing die Qualität von Inhalten? Sie teilt sich auf drei Faktoren auf – „Authority, Utility und Presentation“. Authority, also frei übersetzt die Expertise, erkennt Bing durch einen eindeutig gekennzeichneten Autor – „admin“ als Autor hat einen negativen Impact auf den Faktor, „Max Mustermann“ wird sich positiv auswirken. Wenn dieser Max Mustermann dann noch oft zitiert und verlinkt wird oder aber eine aktive Social Media Community befeuert, dann wird er in der Gunst von Bing weiter steigen. Sehr wahrscheinlich wird hier auch der Faktor „Brand“ eine große Rolle spielen, sodass Unternehmen und Personen, die ein gewisses Grundvertrauen besitzen von Bing auch von vorne herein eine höhere Expertise besitzen.

Utility, also die Benutzerfreundlichkeit, wird anhand von mehreren Signalen gemessen: Wird der Text klar an eine Zielgruppe adressiert und stimmen Textteile mit der Headline oder Subheadline inhaltlich überein? Wird also das behandelt, was versprochen wird? Auch wertet Bing Schaubilder, Videos und Diagramme positiv. Neben diesen Signalen ist für Bing eine Website die eigenen unique content liefert und keine „recycelten“ Beiträge, wertvoller als eine, die als Sammelsurium schon publizierter Beiträge dient oder schon behandelte Themen wieder aufgreift.

Der dritte Faktor „Presentation“ erklärt sich eigentlich von selbst: Eine Website, bei der der Besucher vor lautet Werbung gar keinen Content findet, bzw. diesen erst suchen muss, wird in diesem Kapitel einige Einbußen hinnehmen müssen. Eine klar strukturierte Website mit einer eindeutigen Navigation, wo Besucher ohne großartiges Scrollen schon direkt Content above-the-fold finden, wird dagegen viel besser abschneiden.

Nun hat Bing in Deutschland noch einen sehr geringen Anteil am Suchmaschinenmarkt – laut Webtrekk lag der Anteil im vierten Quartal 2014 bei 3,3%. Suchmaschinenriese Google dagegen verbucht einen Anteil von 92,9% – man kann quasi von einem Google-Monopol sprechen.

Webtrekk Suchmaschinen Anteile Q4:2014

Webtrekk Suchmaschinen Anteile Q4/2014. Quelle: Webtrekk

Es stellt sich also die Frage, ob man die Qualitätsmerkmale von Bing auf Google transferieren kann, also wenn man SEO betreibt (und mit einem Marktanteil von über 90%, kann man fast von Google-SEO sprechen), auf die drei Faktoren „Authority, Utility und Presentation“ achten sollte? Die Frage beantwortet sich von selbst: Es ist wichtig diese Faktoren zu berücksichtigen, denn so können Inhalte entstehen, die einen Mehrwert bieten und denen die Leser vertrauen – auch sehr im Sinne von Google. Was meint ihr?


Kommentare

  1. Skeptiker meint:

    „Authority, also frei übersetzt die Expertise, erkennt Bing durch einen eindeutig gekennzeichneten Autor“ —

    Und wie erkennt Bing diesen? Es gibt ja keinen offiziellen Standard dafür, nur einige inoffizielle Meta-Header.

    Und selbst wenn Bing irgendwie den Autor ermittelt: Woher weiß Bing, dass dies der Richtige Autor ist? Schließlich kann ich ja auf einer meiner Seiten ungestraft scheiben, dass diese von Julian Hoffmann verfasst ist. Muss ja nicht einmal gelogen sein, es gibt ja sicher nicht nur einen Julian Hoffmann.

    • Julian Hoffmann meint:

      Eindeutig gekennzeichneter Autor soll eine Abgrenzung zwischen „Admin“ und „Max Mustermann“ zeigen. „Max Mustermann“ hat einen Vor- und Zunamen, kann beispielsweise in sozialen Netzwerken gefunden werden, oder auf anderen Websites, wo er schreibt – „Admin“ eher nicht. Um genau den richtigen „Max Mustermann“ zu erkennen, würde natürlich ein Bild o.ä. helfen. Welche Algorithmen Bing dabei helfen, wurde nicht klar kommuniziert. Auch könnte unter einem Synonym geschrieben werden – nur nicht unter „Admin“, das ist nicht klar zuzuordnen, denn Admins gibt es viele.

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