Campixx: Die Macht der Bilder, Nutzer finden und binden mal anders

Workshop mit Christoph Reudenbach von BING Deutschland

Christoph Reudenbach: BING.de bindet die Hintergrundbilder auf der Startseite nur deswegen ein, damit die Seite schön ist und die Nutzer ein positives Gefühl vermittelt bekommen, wenn sie die Seite aufrufen. Täglich wechselnde Bilder sollen eine starke emotionalle Bindung aufbauen und den Nutzer durch die täglich neue Überraschung wiederbringen. Mehr steckt hinter den Bildern derzeit nicht.

Bing.de die Macht der Bilder

Die Bilder werden aus einem großen Pool des Mutterkonzerns bezogen, der sich wiederum bestimmten Bildagenturen bedient. Ein persönlicher Bezug zum Besucher wird dabei nicht hergestellt.

Ein Workshop Teilnehmer – ich nenne ihn mal Mister X: „Schade! Ich bin mal in Kappstadt auf die BING Seite gekommen und habe meinen weißen Strand vor der Tür gesehen. Habe sofort meine Freunde gefragt, ob Sie denn auch alle ein lokal bezogenes Bild zu sehen bekämen“

Tatsächlich werden die Bilder nur 5 mal im Monat customized ausgeliefert und beziehen sich dann auf einige wenige deutsche Ereignisse. Zu jedem Bild wird dann eine kurze Beschreibung und ein Link auf die passende Suchanfrage von BING gesetzt. Eine geogetargetete Auslieferung der Bilder wäre zum einen zu teuer (Bilderlizenzen) und zum anderen „möchten wenige ihre Welt vor der Türe zu sehen bekommen, sondern etwas von der Welt sehen“ – wirklich getestet wurde dies jedoch nie. Die Aussage basiert auf einer reinen Annahme. Hingegen macht man sich aber Sorgen darum, ob denn Tierbilder häufiger als 3 mal die Woche ausgeliefert werden sollten.

Meine erste Reaktion war ähnlich Mister X, eine große Enttäuschung. Ich habe hinter den Bildern mehr Sinn vermutet als einfach den Suchenden mit „Schöne Welt“ Fotos zu berieseln.

Bing hätte hier so viel Potenzial, dass einfach so verpufft. Die Bandbreite reiche von idealistischen Werten wie einem politischem Engagement, sozialer Aufklärung bis hin zu einfacheren Dingen wie der Künstlerförderung oder der Bedienung von Trends.

Ein Beispiel:
Wir wissen alle um den positiven Effekt der Google Doodles für Google selbst. Meine erste Idee war, aktuellen Ereignissen ein Gesicht zu verleihen und aktuelle Informationen zu bieten. Deutschland hat so viele Tage, an denen irgendwem oder irgendwas gedacht wird. Sei es berühmten Persona oder Tagen, die an etwas erinnern sollen. Am 22. März ist bspw. der Weltwassertag, an dem der Kostbarkeit von Wasser gedacht wird. Dieser Tag ist so gut wie nicht bekannt und hat somit im Jahresdurchschnitt null Suchvolumen. Am Tag X aber schnellt das Suchvolumen potenziell nach oben und durchbricht Teilweise die sonst häufigsten Suchanfragen.

Angenommen Bing widmete sich jetzt an allen Tagen einem solchen Ereignis, profitierten sie dauerhaft von dem zusätzlichen Suchvolumen, das nur durch das Wecken der Neugier des Menschen ausgelöst werde. Und wo, wenn nicht im Suchschlitz von Bing suchte dann der Besucher der Seite? Das Gesetz der Nähe aus der UX könnte hier nicht besser ausgenutzt werden!

Doch wie bereits bei der geogetargeteten Auslieferung der Bilder, argumentiert Christoph Reudenbach mit der Kostenfrage. Die Kosten der Bildlizenzen stünden hier in keinem Verhältnis zum ROI – ohne wohlgemerkt es jemals ausprobiert zu haben!

Heißt es aber nicht bei jedem Conversion Optimierer „testen, testen, testen!“ ?

Ohne Test, keine Aussage und meiner Meinung nach verschenktes Potenzial!


Kommentare

  1. Ich rede vielleicht komisch, aber ich spreche meine Heimatstadt nicht als „Kappstadt“ aus 😉 Das Foto war aus Camps Bay, touristische Sehenswürdigkeiten aus der eigenen Region wären aus meiner Sicht wirklich ein echter Mehrwert und Anreiz die eigene Umgebung zu entdecken.

    Die von Bing in der Präsentation veröffentlichten Zugriffszahlen geben jedoch wirklich keinen Grund besonders positiv von diesem Bilder-Feature zu sprechen:
    http://twitter.com/randolf/status/46918619317288961

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