Case Study von RankingCheck: 40% Traffic-Zuwachs durch Länder-Bündelung auf generischer .com-TLD

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Auf dem Blog von RankingCheck hat Eoghan Henn in einer Case Study analysiert, ob die organischen Rankings von der Bündelung aller Inhalte auf einer internationalen, generischen Domain (gTLD) profitieren können.

Anhand der Kundendomain eines Herstellers virtueller Telefonanlagen zeigt Henn, dass die Website in diesem speziellen Fall einen hohen Trafficzuwachs durch die Bündelung der Länder-Versionen auf einer gemeinsamen Domain (nfon.com) verzeichnen kann. So hat Henn die alten Länder-Domains, wie beispielsweise nfon.at für Österreich auf nfon.com/at/ umgezogen. In Österreich hat dieser Umzug einen Anstieg des Traffics um 43% zu Folge. Jedoch müsse hier beachtet werden, so Henn, dass in die Zeitspanne der Umstellung auch ein Relaunch der Website gefallen wäre – so könnte der Trafficzuwachs nicht zweifelsfrei und ausschließlich der Domainumstellung zugeordnet werden. Auch die Sichtbarkeit von nfon.com/at/ (roter Graph)zeigt einen starken Anstieg:

sichtbarkeitsentwicklung-AT

In Großbritannien fiel die Domainumstellung dagegen nicht direkt in die Relaunch-Phase, sodass der Trafficzuwachs von 42% dieser Umstellung mehr oder weniger direkt zugeordnet werden kann. Auch hier kann man erkennen, dass die Sichtbarkeit von nfron.com/gb/ (roter Graph) merklich zunimmt:

sichtbarkeitsentwicklung-UK

Henn erklärt dieses Ergebnis folgendermaßen:

Für die meisten Unternehmen gilt in der Suchmaschinenoptimierung: Je weniger unterschiedliche Domains und Subdomains man hat, desto besser. Das liegt daran, dass es viele Ranking-Faktoren gibt, die für die ganze Domain gelten, und nicht nur für einzelne Unterseiten. Eingehende Links gehören zum Beispiel zu den Ranking-Faktoren, die eine komplette Domain stärken, und nicht nur die direkt verlinkten Unterseiten. […] Diese Regel lässt sich nun auch übergreifend auf Sprach- und Länderversionen anwenden: Von einem Link auf eine deutschsprachige Seite profitieren auch die Seiten anderer Sprachversionen, sofern sich diese auf derselben (Sub-)Domain befinden.

Jedoch muss jeder Webmaster prüfen, ob das Modell der Bündelung von Länderversionen auf einer .com-Domain sinnvoll ist. Für Google ist eine .de oder .co.uk-Domain ein Hinweis darauf, dass die Inhalte der Seite im jeweiligen Land relevanter sind. So ist die Frage, ob die gebündelte Kraft einer einzigen .com-Domain auch in den länderspezifischen und lokalen Suchergebnissen von Vorteil ist oder ob hier die Praktik mit einzelnen Länderdomains mehr Sinn macht.


Kommentare

  1. Die relevante Frage ist ja: Kamen vorher schon hreflang Auszeichnungen zum Einsatz?

    • Hallo Dominik! Ja, die verschiedenen Länderversionen waren vorher schon per hreflang miteinander verknüpft. Domainübergreifende hreflang-Auszeichnungen haben zwar einen positiven Effekt (in UK hat das schon ein bisschen was gebracht), die Bündelung von Inhalten auf einer internationalen Domain wirkt sich allerdings viel, viel stärker aus.

  2. Nico meint:

    Dann mal eine konkrete Frage zu diesem Fall:
    “ Man nehme eine bislang nur deutsche Website *.de … Diese soll nun auch in Englisch übersetzt werden … “

    1. *.com Domain registrieren
    2. *.de Inhalte auf *.com/de/ umziehen
    3. *.de Inhalte in Englisch übersetzen und auf *.com/en/ einpflegen

    Sehe ich das richtig oder wäre es in solch einem Fall doch wieder differenziert zu betrachten?
    Was meint Ihr?

    • Hallo Nico! Ja, das wäre eine gute Lösung, so wie du es beschreibst. Sei aber bitte drauf vorbereitet, dass du beim Wechsel von .de auf .com/de/ höchstwahrscheinlich kurzfristige Verluste verkraften musst. Ein Domainwechsel tut immer weh! Langfristig wirst du aber davon profitieren, beide Sprachversionen auf einer Domain zu hosten.

      • Danke für Deine Antwort Eoghan!! 🙂

        In dem beschriebenen Beispiel handelt es sich um eine Website, die sich momentan sowieso in einem relativ großen Wandel befindet. Viele neue Inhalte, alte Inhalte auf neuen URLs (301 usw.) … das alles auf Deutsch, aber eigentlich auch im Englischen notwendig …

        Sollte ich diese Phase nutzen und direkt mit den Übersetzungen weitermachen während Google noch mit der jetzigen Umstellung zu „kämpfen“ hat oder wäre es noch verwirrender, weitere Änderungen einzupflegen?

        Grundgedanke ist nämlich, dass die Website momentan sowieso schon Einbußen im Ranking hat durch diverse alte/neue Inhalte … was meinst Du?

        • Ohne deinen Fall genauer zu kennen, würde ich sagen, dass eine Phase, in der du sowieso viele Anpassungen vornimmst, gut geeignet ist, um auch größere Eingriffe wie einen Domainwechsel vorzunehmen. Danach ist dann halt Geduld und harte Arbeit gefragt, bis der alte Stand wiederhergestellt ist.

  3. Eine Frage die ich mir dabei Stelle ist, wenn ich nur den Deutschsprachigen Raum abdecke also AT, CH und DE macht dann eine Umstellung auch Sinn oder ist es dann irrelevant?

    • Hi Lars,

      auch wenn du nur den deutschsprachigen Raum bedienst, macht es Sinn, die Inhalte für alle (drei) Länder auf einer gTLD zusammenzufassen.

      Bitte beachte aber, dass ein Domainwechsel ein großer Eingriff ist und nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Es macht immer Sinn, den Einzelfall genau zu prüfen und abzuwägen.

  4. Interessante Studie – die Sichtbarkeitswerte von 0,004 auf 0,032 kann natürlich schon an 2-3 starken Veränderungen einzelner hochvolumiger Keywords liegen.

    Habt ihr auch Informationen zu CTRs in den jeweiligen Ländern ? Aus der Erfahrung und eigenen Tests weiß ich, dass Österreicher gerne auf .at domains klicken und auch Schweizer lieber auf eine .ch.

    Lg
    Thomas

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