Similiarweb-Analyse: Wikipedia im 3 Monatsverlauf mit rund 250 Millionen Visits weniger von Google

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Roy Hinkis vom Website-Analysetool Similarweb fand heraus, dass die Online-Enzyklopädie Wikipedia seit Mai weniger Traffic auf die eigenen Angebote von Similarweb gebracht hat, als in den Monaten zuvor. Die stark abfallende Kurve hat er daraufhin weiter analysiert. So fand er heraus, dass die Visits von Google in den letzten 3 Monaten, vor allem bei Suchanfragen nach brands und TV-Serien extrem abgenommen hat. So verlor Wikipedia 41,3% des Traffics von Suchanfragen nach Facebook und sogar 76,3% Suchtraffic von der Suchanfrage nach der TV-Serie „The Flash“.

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Einzige positive Entwicklung zeigt sich bei Suchanfragentraffic von „Game of Thrones“. Sogar das eigene brand „Wikipedia“ hat ein Minus zu verzeichnen. © Similarweb

Nun stellt sich die Frage nach der Ursache dieses hohen Verlustes an Suchtraffic der insgesamt bei 250 Millionen Visits weniger im Verlauf von drei Monaten liegt. Das Nachrichtenportal Business Insider spekulierte, dass Google die Wikipedia Einträge mit seinen eigenen Angeboten, also den direct answers, verdrängt. Bei Eingabe der Frage „Who won the french open 2015“ erscheint eine direkte Antwort der Suchmaschine. Die chronologische Liste aller Gewinner der French Open auf Wikipedia erscheint erst einige Plätze darunter (roter Pfeil):

Who_won_the_french_open_2015_direct_google_answer

Matt Southern vom Search Engine Journal äußert eine weitere Vermutung: So könnte Google bei den Algorithmus-Anpassungen aus der näheren Vergangenheit, von dem ja auch brand-Websites profitiert haben, brands in den Suchergebnissen gestärkt haben. Das würde den Verlust an Wikipedia-Suchtraffic vor allem bei brand-Suchanfragen erklären. Eine dritte Möglichkeit wären Nachwirkungen der Umstellung von HTTP auf HTTPS bei Wikipedia. Allerdings verkündete die Online-Enzyklopädie die Umstellung erst Mitte Juni – Traffic-Einbrüche verzeichnet Similarweb aber schon seit Mai.

US-Studie: 80% der Einzelhandels-Websites und 81% der Top-3-Ergebnisse in den SERPs sind mobilfreundlich

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Wie das amerikanische Unternehmen Moovweb in einer Studie herausgefunden hat, sind die überwiegende Mehrheit der mobilen Einzelhandels-Websites auf der ersten Seite der Suchergebnisse bei Google auch für mobile Endgeräte optimiert. Die Bildungs- und Transport-Branche dagegen schneidet mit rund 67% und 65% am Schlechtesten ab.

Für diese Studie hat das Unternehmen die Suchergebnisse für 1000 wichtige Keywords aus dem Bereich E-Commerce untersucht:

We decided to track whether the search results were “mobile-friendly” (according to Google) for over 1,000 important e-commerce keywords in a range of industries.

Mobile-friendliness_of_search_results_by_industry

Quelle: Moovweb

Was allerdings weitaus spannender ist, ist die Aufschlüsselung der Mobilfreundlichkeit nach Rankingpositionen. So kann man erkennen, dass die TOP-Positionen in den SERPs im Durchschnitt von mobiloptimierten Websites dominiert werden. So sind rund 83% der Websites auf dem ersten Platz mobiloptimiert und auf Platz 10 nur noch 67%:

Mobile-friendliness_of_the_Top_10_positions_in_search_results

Quelle: Moovweb

Aus diesen Daten konnte Moovweb herausfiltern, dass rund 77% der Websites auf Seite 1 der Suchergebnisse für mobile Endgeräte optimiert sind. Bei den ersten drei Suchergebnissen sind sogar 81% mobiloptimiert.
Es zeichnet sich also eine klare Tendenz dahingehend ab, dass das „mobile-friendly“-Update vom 21. April dieses Jahres Wirkung gezeigt hat und viele Webmaster ihre mobilen Websites nach Google-Vorgaben optimiert haben. Allerdings hat es, laut Moovweb, keine abrupten Veränderungen in den SERPs nach dem Rollout des „mobile-friendly“-Updates gegeben. Google hat scheinbar durch intensive Vorankündigungen und klare Vorgaben sein Ziel erreicht und Webmaster dazu gebracht die mobile Version ihrer Website zu optimieren – besonders im Einzelhandelssektor. Natürlich muss man bedenken, dass aus dieser Studie zwar hervorgeht, dass der überwiegende Anteil der Suchergebnisse auf der ersten Seite oder unter den ersten drei Ergebnissen mobiloptimiert ist, jedoch auch ein paar nicht-optimierte Seiten den Weg in die TOP-3 gefunden haben können. Dies könnte daran liegen, dass es Brand-Websites sind, die auch bei mobiloptimierten Konkurrenz-Websites nicht ihre gute Rankingposition verlieren – dies kommunizierte Googles Webmaster Trends Analyst John Mueller vor Rollout des „mobile-friendly“-Updates.

Die vollständige Studie findet ihr hier: Mobile-friendly sites dominate the top positions in Google search results

Autosuggest-Studie: Mexikaner suchen am häufigsten nach Kosten für „Bauchstraffung“

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Das amerikanische Online-Branchenbuch Fixr.com hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt nach welchen Produkten Google-Nutzer weltweit am häufigsten suchen.

Basis der Studie war folgende Frage, die die Kollegen von Fixr in die auf das jeweilige Land eingestellte Google-Suche eintippten:

How much does a * cost in [country]?

How much does a * cost in...

Bei einer Suche mit „*“ ersetzt Google das Sternchen durch den am meisten gesuchten Begriff dieses Long-Tail-Keywords – im Falle von Deutschland also „BMW“.

Die gesamte Liste von Fixr findet ihr hier. Auf der folgenden Weltkarte sind die häufigsten Suchanfragen nach Ländern grafisch anschaulich dargestellt:
World Map_Am_häufigsten_gesuchte_Produkte

Manche Suchanfragen sind durchaus spannend, andere fast so vorhersehbar, dass das Ergebnis schon uninteressant ist. So suchen Russen häufig nach dem Preis für den Flug mit einer MIG, also einem russischen Kampfjet. In China suchen die Menschen häufig nach „Electronics“ – was fast zu erwarten war. In Argentinien steht erstaunlicherweise „Beer“ ganz oben bei den Suchanfragen, ebenso wie in Belgien – auch zu erwarten. Bei Mexikaner steht das Interesse nach Schönheitsoperationen hoch im Kurs: Sie suchen häufig nach „tummy tuck“, zu deutsch „Bauchstraffung“.

DuckDuckGo konnte Suchanfragen innerhalb eines Jahres fast verdoppeln

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Die Suchmaschine DuckDuckGo konnte im direkten Vergleich vom März 2014 zum März 2015 eine Steigerung der Suchanfragen von rund 74% verzeichnen, wie die nachfolgende Statistik zeigt:

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Die Suchmaschine ging im Jahr 2008 an den Start und sammelt, im Gegensatz zu den Marktführern im Suchmaschinenmarkt, keinerlei persönliche Informationen der Suchenden – und folgt damit ihrem Motto: „The search engine that doesn’t track you.“ Im März des Jahres 2012 verzeichnete DuckDuckGo schon mehr als 1,5 Millionen Suchanfragen und hat diese damit fast versechsfacht.

Einen zusätzlichen Schub könnte die Intergration der Suchmaschine in Apples OSX und iOS im Sommer des vergangenen Jahres gegeben haben. Allerdings sind rund 275.000 Suchanfragen pro Tag im Vergleich zu Google nicht viel – der Suchmaschinengigant verarbeitet diese Anzahl Suchanfragen in einer Minute. Doch bei rund 500% Wachstum innerhalb von drei Jahren sind wir gespannt auf die weitere Entwicklung von DuckDuckGo

Edit: DuckDuckGo verarbeitet natürlich „nur“ 22.603 Suchanfragen am Tag – das wären damit rund 1/12 der Anzahl von Googles Suchanfragen pro Minute.

Prognose: Google bekommt 55% der Werbeerlöse im globalen Suchmarkt

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Laut einer aktuellen Hochrechnung des unabhängigen Marktforschungsinstituts eMarketer, wird Google in diesem Jahr den größten Teil der Werbeerlöse aus dem globalen Suchmarkt einnehmen. Die weltweiten Ausgaben für Suchmaschinenwerbung werden laut dieser Prognose 2015 bei rund 82 Mrd. US-Dollar liegen – Google als weltweit größter Anbieter im Suchmaschinenmarkt wird mit 44,46 Mrd. somit 54,5% der Erlöse bekommen.

Weltweit hat Google einen Marktanteil von 89,49% (März 2015) – damit ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Suchmaschinengigant über die Hälfte der Werbeerlöse durch Suchmaschinenwerbung einfährt.

Source: StatCounter Global Stats – Search Engine Market Share

Interessant ist dagegen, dass die Konkurrenz (Baidu, Bing, Yahoo! etc.) mit einem kumulierten Marktanteil von 10,51%, Werbeerlöse in Höhe von 37,13 Mrd. US-Dollar einfahren werden. Die genauen Erlöse und prozentualen Veränderungen über einen Drei-Jahres-Zeitraum könnt ihr der folgenden Tabelle von eMarketer entnehmen:

eMarketer_Net Search Revenue Worldwide_2013-2015

Quelle: eMarketer

US-Studie: Mehr lokale Suchanfragen über Mobilgeräte als Desktop-PCs

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Laut einer aktuellen Studie der Local Search Association (LSA) suchen mehr US-Bürger über ein Mobilgerät nach lokalen Informationen, als mit ihrem Desktop-PC oder Laptop. Nun, die lokale Suche ist natürlich ein Key Feature der Mobilgeräte, denn so können unterwegs noch schnell Öffnungszeiten oder die Verfügbarkeit von Produkten im bevorzugten Geschäft nachgesehen werden. Interessant ist jedoch ein Zitat von Greg Sterling, dem Vice President Strategy & Insights von LSA:

Here’s the specific finding: 60% of US adults now typically choose smartphones or tablets over PCs to find information before buying products and services offline.

Aus diesem Zitat lässt sich deuten, dass die Mobil-Nutzer nicht nur nach Öffnungszeiten suchen, sondern sich im Vorfeld auch per Mobilgerät über ein Produkt informieren und eventuell Preisvergleiche machen. Diese Anwendungsfälle wurden im direkten Vergleich im vorigen Jahr noch überwiegend über Desktop-PCs oder Laptops gemacht – heute werden dafür überwiegend Mobilgeräte benutzt.

Nutzungshäufigkeit von lokalen Informationen_nach Geräteart geordnet

Fragestellung: Welches Gerät nutzen Sie am häufigsten, wenn Sie online nach lokalen Informationen suchen? Quelle: LSA

Die komplette Studie zum Download findet ihr hier: The „Mobile Fanatics“ How Mobile is Transforming Local Shopping

Auch Winlocal hat sich mit der Studie beschäftigt: Lokale Suchanfragen: Mobile überholt Desktop-PCs in den US

Suchmaschinen-Marktanteile 2009-2014: Google immer obenauf, T-Online verliert an Bing

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Auf Basis der Webtrekk Webstatistiken, die das Berliner Unternehmen quartalsweise veröffentlicht, haben wir die Entwicklung der Marktanteile im deutschen Suchmaschinenmarkt seit Aufzeichnung der Statistiken 2009 zusammengetragen.

Dass Google den Suchmaschinenmarkt über den gesamten Zeitraum dominiert, ist nicht weiter verwunderlich – der Gigant hält kontinuierlich 90% oder mehr am deutschen Markt. Wenn man jedoch Google ausblendet wird deutlich, dass sich in den letzten fünf Jahren einiges getan hat – die übrigen rund 10% haben sich zwischenzeitlich gut vermischt und die Plätze auf dem Treppchen hinter der Nummer eins getauscht.

Suchmaschinen-Anteile 2009-2014

Google besetzt über fünf Jahre hinweg dominant die Spitze des Suchmaschinenmarktes.

So sind auf den ersten Blick bei den „anderen Suchmaschinen“ Peaks im Jahr 2009, 2010 und 2012 auszumachen. Diese anderen Suchmaschinen werden von Webtrekk nicht genau ausgewiesen, könnten aber unter anderem Duck Duck Go, MetaGer, Blekko und auch WolframAlpha sein. Letztgenannte startete mit großen Ambitionen und wurde von ihren Entwicklern als „Antwort- und Findemaschine“ und „Google Killer“ vorgestellt. Den Anspruch eine „Findemaschine“ zu sein hat Google von seinem Killer nun übernommen – WolframAlpha dagegen konnte sich gegen Google nicht wirklich behaupten. 2010 wurde die Suchmaschine Blekko vorgestellt, die sich als Anti-Spam-Suchmaschine positioniert – auf diese Vorstellung könnte man den Ausschlag des Graphen zu diesem Zeitpunkt zurückführen.

Suchmaschinen-Anteile Zoom Andere_Yahoo_Bing_T-Online

Es wird deutlich, dass zwischenzeitlich immer neue Suchmaschinen am Markt genutzt werden, sich aber nicht wirklich durchsetzen können.

Wenn man nun noch tiefer in die Graphen reinzoomt, wird erkennbar, dass Microsofts Suchmaschine Bing, die 2009 als Nachfolger von Live Search in einer Beta-Phase gestartet, ist kontinuierlich an Marktanteilen gewinnt. T-Online dagegen verliert ab Ende 2009 im gleichen Zuge kontinuierlich. Ob da ein Zusammenhang besteht ist unklar. Von den drei Konkurrenten konnte Bing aber in den fünf Jahren am meisten Marktanteile ergattern, Yahoo blieb mit fast linearem Verlauf bei rund 1% Marktanteil stehen und T-Online musste die größten Einbußen einstecken.

Suchmaschinen-Anteil-Zoom Yahoo_Bing_T-Online

2009 gestartet kann sich Microsofts Suchmaschjne Bing, als Nachfolger von Live Search, gegen die Konkurrenz durchsetzen und nimmt 2009-2010 vor allem T-Online Marktanteile ab.

Welche Suchmaschine nutzt ihr? Warum habt ihr Euch für die Nutzung dieser Suchmaschine entschieden?

Firefox in den USA: Wechsel der voreingestellten Suchmaschine kommt Google teuer zu stehen

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In den USA wechselte mit Erscheinen von Firefox 34 die voreingestellte Suchmaschine: Google wurde vom Konkurrenten Yahoo verdrängt. Schon direkt im Dezember waren die Auswirkungen spürbar – Yahoo gewann Marktanteile, wohingegen Google Marktanteile verlor. Nach aktuellen Statistiken von StatCounter scheint sich der Trend fortzuführen. Yahoo gewinnt weiterhin Marktanteile am US-Suchmaschinenmarkt, Google verliert einige Prozentpunkte.

Anhand des folgenden Diagramms kann man sehen, dass Google seit November letzten Jahres kontinuierlich Marktanteile einbüßen musste, Yahoo dagegen konnte seine Anteile stetig erhöhen.

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Quelle: StatCounter

Wenn man nun die Marktanteile der Suchmaschinen bereinigt, also ohne die Anteile der Firefox-Nutzer, betrachtet, verzeichnet Google im Drei-Monats-Verlauf einen nahezu gleichbleibenden Marktanteil, ebenso wie Yahoo.

Bei einer Betrachtung der Marktanteile beider Suchmaschinen nur innerhalb des Firefox-Browsers lässt schnell klar werden, welche Ursache der Verlust der Marktanteile von Google am US-Suchmaschinenmarkt hat: der Firefox.

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Quelle: StatCounter

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Quelle: StatCounter

Wird Google auch im weiteren Jahresverlauf Marktanteile einbüßen müssen? Oder werden Firefox-Nutzer nach und nach von Yahoo wieder zu Google wechseln und die Standardsuchmaschine in ihrem Browser dahingehend ändern? Was denkt ihr?

Vertrauen in Suchmaschinen weltweit höher als in herkömmliche Nachrichtenquellen

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Laut dem Trust Barometer der Public Relations-Agentur Edelman genießen Suchmaschinen weltweit ein höheres Vertrauen als herkömmliche Medien. Nachdem im Jahr 2014 die Suchmaschinen den traditionellen Medien – wie Zeitungen, Zeitschriften und dem Rundfunk – noch knapp unterlegen waren, haben sie in den Hochrechnungen für 2015 die herkömmlichen Medien in Punkto Vertrauen überholt und liegen mit 2 Prozentpunkten vorne.

Vertrauen in die Medien_weltweit

Aus der Grafik wird ersichtlich, dass in 20 Länder kumuliert, das Vertrauen in Suchmaschinen steigt, wohingegen das Vertrauen in die klassischen Medien, wie Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk sinkt. Quelle: Trust Barometer 2015 von Edelman

Die Deutschen dagegen setzen noch mehr Vertrauen in die traditionellen Medien – jedoch nur im Vergleich zu Suchmaschinen. Denn separat betrachtet, büßen die Rundfunkanstalten, Zeitungen und Zeitschriften in der Prognose für 2015 kontinuierlich an Vertrauen bei ihren Rezipienten ein – trotz eines Drei-Jahres-Hochs in 2014. Die Suchmaschinen gewinnen dagegen Vertrauen, allerdings nur im geringen einstelligen Bereich.

Vertrauen in Medien_Deutschland

In Deutschland prognostiziert die PR-Agentur Edelman, dass das Vertrauen in klassische Medien in diesem Jahr stark schwinden wird. Die Suchmaschinen gewinnen nur leicht dazu. Quelle: Edelman Trust Barometer 2015

Welchen Nachrichtenquellen schenkt ihr am Meisten Vertrauen? Suchmaschinen, wie Google, da sie alle Nachrichten aller Quellen aggregieren und daher einen Überblick und eine größtmögliche Objektivität schaffen? Oder habt ihr eine spezielle, ganz persönliche Nachrichtenquelle, die ihr regelmäßig offline lest oder online ansurft?

Bing benennt drei Faktoren für Content Qualität – was lässt sich daraus ableiten?

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Im Dezember letzten Jahres hat die Suchmaschine von Microsoft – Bing – einen Blogpost veröffentlicht, in welchem der Senior Program Manager des Bing Content Quality Teams, Michael Basilyan, zeigt, wie Bing die Qualität von Inhalten misst und bewertet. Die Qualität von Inhalten ist laut Basilyan ein primärer Rankingfaktor für Bing und reiht sich in die folgende Ranking-Formel ein:

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Quelle: Bing Blogs

Doch wie misst und definiert Bing die Qualität von Inhalten? Sie teilt sich auf drei Faktoren auf – „Authority, Utility und Presentation“. Authority, also frei übersetzt die Expertise, erkennt Bing durch einen eindeutig gekennzeichneten Autor – „admin“ als Autor hat einen negativen Impact auf den Faktor, „Max Mustermann“ wird sich positiv auswirken. Wenn dieser Max Mustermann dann noch oft zitiert und verlinkt wird oder aber eine aktive Social Media Community befeuert, dann wird er in der Gunst von Bing weiter steigen. Sehr wahrscheinlich wird hier auch der Faktor „Brand“ eine große Rolle spielen, sodass Unternehmen und Personen, die ein gewisses Grundvertrauen besitzen von Bing auch von vorne herein eine höhere Expertise besitzen.

Utility, also die Benutzerfreundlichkeit, wird anhand von mehreren Signalen gemessen: Wird der Text klar an eine Zielgruppe adressiert und stimmen Textteile mit der Headline oder Subheadline inhaltlich überein? Wird also das behandelt, was versprochen wird? Auch wertet Bing Schaubilder, Videos und Diagramme positiv. Neben diesen Signalen ist für Bing eine Website die eigenen unique content liefert und keine „recycelten“ Beiträge, wertvoller als eine, die als Sammelsurium schon publizierter Beiträge dient oder schon behandelte Themen wieder aufgreift.

Der dritte Faktor „Presentation“ erklärt sich eigentlich von selbst: Eine Website, bei der der Besucher vor lautet Werbung gar keinen Content findet, bzw. diesen erst suchen muss, wird in diesem Kapitel einige Einbußen hinnehmen müssen. Eine klar strukturierte Website mit einer eindeutigen Navigation, wo Besucher ohne großartiges Scrollen schon direkt Content above-the-fold finden, wird dagegen viel besser abschneiden.

Nun hat Bing in Deutschland noch einen sehr geringen Anteil am Suchmaschinenmarkt – laut Webtrekk lag der Anteil im vierten Quartal 2014 bei 3,3%. Suchmaschinenriese Google dagegen verbucht einen Anteil von 92,9% – man kann quasi von einem Google-Monopol sprechen.

Webtrekk Suchmaschinen Anteile Q4:2014

Webtrekk Suchmaschinen Anteile Q4/2014. Quelle: Webtrekk

Es stellt sich also die Frage, ob man die Qualitätsmerkmale von Bing auf Google transferieren kann, also wenn man SEO betreibt (und mit einem Marktanteil von über 90%, kann man fast von Google-SEO sprechen), auf die drei Faktoren „Authority, Utility und Presentation“ achten sollte? Die Frage beantwortet sich von selbst: Es ist wichtig diese Faktoren zu berücksichtigen, denn so können Inhalte entstehen, die einen Mehrwert bieten und denen die Leser vertrauen – auch sehr im Sinne von Google. Was meint ihr?