Relevanz, Entfernung & Bekanntheit: Danach rankt Google seine lokalen Ergebnisse

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Im September letzten Jahres hat Google in den Local-Ergebnissen die Reviews entfernt – die Frage “Nach welchen Kriterien rankt Google nun die lokalen Suchergebnisse?” folgte prompt. Eine Antwort auch: Sofern die Google Local-/Google Places-Einträge vollständig ausgefüllt sind, entscheiden Relevanz zur Suchanfrage und die Entfernung zum aktuellen Standort des Suchenden, welche Listings ganz oben stehen. Die Reviews sind mittlerweile wieder da:

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Und Google hat vor wenigen Tagen sogar einen offiziellen Artikel zu den lokalen Rankingfaktoren herausgegeben. In diesem bekräftigt der Suchmaschinen-Gigant, dass der Google-Algorithmus nur in einem vollständig ausgefüllten Google Places Eintrag die wichtigsten Unternehmensinformationen erkennen und so diese für relevante Suchanfragen bereitstellen kann. Wer sein Profil also nicht vollständig ausfüllt, riskiert für eigentlich passende Suchanfragen nicht angezeigt zu werden. Dass die Entfernung zum Standort des Suchenden eine große Rolle bei den lokalen Ergebnissen spielt ist klar. Dass Google jedoch auch weiter entfernte Orte oder Unternehmen anzeigt, wenn diese relevanter für die Suchanfrage sind, als nähere Orte, ist ein klares Indiz dafür, dass die Maschine lernt und der Mensch/Optimierer ihr so viele Informationen wie möglich bereitstellen sollte – in Form eines vollständig ausgefüllten Places-Eintrages. Neben diesen Faktoren fließen auch allgemeiner Bekanntheitsgrad eines Unternehmens und Google-Bewertungen in das Ranking mit ein.

Mega-Dropdown Menü verwässert Interne Verlinkung einer Website

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In seinem Agentur-Blog hat Jens Fröhlich einen interessanten Artikel zum Thema “Mega-Dropdown-Menü” veröffentlicht. Mit diesen umfangreichen Menüs bilden manche Websites ihre komplette Navigationsstruktur ab, sodass die Inhalte von sehr großen und gleichzeitig sehr kleinteiligen Websites schnell gefunden werden können. So erhalten Besucher einen schnellen Themenüberblick über die Seite und können auch in hierarchisch tiefliegende Unterseiten schnell einsteigen. Im Vergleich zu einem klassischem Menü, welches sukzessive “durchgeklickt” werden muss, hat das Mega-Dropdown-Menü natürlich einen Schnelligkeits-Vorteil. Klassische Menüs führen Besuchern aber durch vordefinierte Klickpfade durch die Inhalte und mindern Unentschlossenheit oder das Gefühl von der Fülle von Inhalten (ein Problem des Mega-Dropdown-Menüs) überwältigt zu sein. Auch sind klassische Menüs häufig gut verständlich für die Suchmaschinencrawler – sie werden ebenso wie ein normaler Nutzer geführt. Einen großen Nachteil des Mega-Menüs sieht Jens Fröhlich in der zusätzlichen Linkbelastung. Auf allen Unterseiten bestehen Links zu allen anderen Unterseiten. Damit ist auch eine zielgerichtete Nutzung von Crawling-Budget nicht möglich. Aus SEO-Gesichtspunkten ist diese Menüart also nicht sonderlich gut, kann allerdings zu einer besseren Übersicht für Shops oder Websites mit vielen Hierarchien sein.

Da beide Modelle ihre Vor- und Nachteile haben, ist ein A/B-Test möglicherweise hilfreich bei der Entscheidungsfindung:

Mega_Dropdown_Menü_Entscheidungsfindung

© Indexlift

Alle weiteren Erkenntnisse findet ihr auf dem Indexlift-Blog.

AMP-News-Carousel bisher in 12 Ländern aktiv

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Das News-Carousel, welches in den mobilen Suchergebnissen zurzeit jene Artikel und Webpages anzeigt, die mithilfe des AMP-Framework schneller gemacht worden sind, wurde scheinbar nicht global ausgerollt.

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In einem Thread im Webmaster Central Help Forum, erklärte Elena von Google, dass das AMP-News-Carousel bisher in Brasilien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Mexico, Japan, Russland, der USA und dem Vereinigten Königreich ausgerollt wurde. Alle weiteren Länder müssen scheinbar noch etwas warten – bis wann das neue Feature weltweit ausgerollt wird, ist allerdings nicht bekannt.

AMP als Eintrittskarte in die News Onebox?

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Anfang März fanden wir heraus, dass Google AMP-Artikeln in seinen mobilen Suchergebnissen einen exklusiven Platz reserviert: Das News-Carousel. Allerdings gibt es eine weitere Eingangsvoraussetzung für die Anzeige im mobilen News-Carousel. Der Publisher beziehungsweise die Website, muss in den Google News gelistet sein.

Doch scheinbar lässt sich diese Beschränkung umgehen. Denn wie Search One-Geschäftsführer Kai Spriestersbach herausfand, werden auch AMP-Artikel in der News-Onebox in den mobilen Suchergebnissen angezeigt, bei nicht Google-News gelisteten Publishern:

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Ultrageil! Mit AMP kommt man in die News Onebox auch ohne Google News Freischaltung!!!#AMP #google #news

Posted by Kai Spriestersbach on Sonntag, 20. März 2016

Ist AMP damit die Eintrittskarte in die News-Onebox? Ich konnte das Ergebnis mit einem iPhone und Safari im Inkognitomodus nicht reproduzieren – was sagt ihr dazu?

SEO-Basics: Erklärung der Robots-Meta-Tags

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seoBasics

In der heutigen Ausgabe der SEO-Basics beschäftigen wir uns mit vier Meta-Tags, die Suchmaschinencrawlern, unter anderem dem Googlebot, Verhaltens-Anweisungen geben.

NOINDEX Meta-Tag

Der wohl bekannteste Meta-Tag verbietet Suchmaschinencrawlern eine Webpage oder bei Benutzung in der robots.txt auch eine gesamte Website zu indexieren.
Achtung: Wenn einem Suchmaschinencrawler per robots.txt der Zugang zur Website verwehrt wird, dann kann er auch das sich im head-Bereich einer Webpage befindliche NOINDEX Meta-Tag nicht sehen. Die Seite kann somit weiterhin in den Suchergebnissen erscheinen, wenn zum Beispiel auf Seiten von Dritten Links zu dieser Seite vorhanden sind.

Der NOINDEX Meta-Tag wird im head-Bereich einer Webpage eingebaut. Man kann auf diese Weise entweder alle Suchmaschinencrawler ansprechen oder gezielt den Googlebot.

NOFOLLOW Meta-Tag

Wenn der NOFOLLOW Meta-Tag verwendet wird, folgen Suchmaschinencrawler keinem Link auf der Webpage. Wenn die Crawler nur bestimmten Links nicht folgen sollen, dann bietet es sich an das NOFOLLOW-Attribut direkt an die betreffenden Links zu hängen, beispielsweise: <a href=”signin.php” rel=”nofollow”>sign in</a>

Um alle Links einer Webpage für die Crawler auszuschließen, sollte folgendes Beispiel verwendet werden:

nofollow_meta_tag

NOARCHIVE Meta-Tag

Der NOARCHIVE Meta-Tag dient dazu den Suchmaschinencrawlern zu verbieten ein Abbild der Webpage als Kopie im Cache zu speichern. Google macht das manchmal um Websites auch anzeigen zu können, wenn sie zum Zeitpunkt der Real-Time-Aufrufes nicht erreichbar sind. Diese Anzeige aus dem Cache zu unterbinden, ist vor allem für Publisher sinnvoll, da sich News-Seiten ja öfter ändern und bei Seiten aus dem Cache unter Umständen eine veraltete Version angezeigt wird.

noarchive_meta_tag

NOSNIPPET Meta-Tag

In den Suchergebnissen zeigen die verschiedenen Suchmaschinen meist eine sogenannte Meta-Description und bei entsprechenden strukturierten Daten auch Sitelinks o.ä. an. Wenn dies nicht angezeigt werden soll, bietet sich das NOSNIPPET Meta-Tag an – dies wirkt zumindest bei Google. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Studien zufolge klicken Google-Nutzer häufiger auf Suchergebnisse mit Meta-Snippets.

nosnippet_meta_tag

Und Barry Schwartz erklärt auf Search Engine Roundtable, dass das NOSNIPPET-Tag auch dafür sorgt, dass Google die Inhalte einer Webpage nicht im Featured Snippet-Bereich in den Suchergebnissen anzeigt und damit Traffic abfängt. Ob die Webpage dann trotzdem Klicks bekommt sei dahingestellt. Denn ohne Meta-Snippet sinkt wiederum die CTR.

SEO-Basics: Was ist eine 301-Weiterleitung und wann sollte sie genutzt werden?

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Heute zeigen wir Euch in einem neuen Kapitel aus der Reihe “SEO-Basics”, was eine 301-Weiterleitung ist und wann es sich lohnt diese Weiterleitung einzusetzen.

Im Laufe der Lebensdauer einer Website ist es irgendwann an der Zeit diese zu aktualisieren, ähnlich einer neuen Auflage eines Smartphones. Also wird neue Technik integriert, das Design aufgefrischt oder die Nutzerführung verbessert. Oft ändern sich bei einem solchen Website-Umbau auch die URLs, also die Adressen unter denen bestehende Inhalte erreichbar sind.

Damit aber bei diesem sogenannten Website-Relaunch auch die Inhalte aus der Vergangenheit weiterhin für den Besucher und die Suchmaschinencrawler erreichbar sind, sollten sie weitergeleitet werden. Technisch gesehen eignet sich dafür die 301-Weiterleitung. Bei dieser Art der Weiterleitung wird der HTTP-Statuscode “301 Moved Permanently” (Dauerhaft verschoben) übermittelt. Damit zeigt der Webserver dem Client (Browser des Besuchers oder einem Suchmaschinencrawler), dass der angeforderte Inhalte dauerhaft verschoben ist und leitet alle Anfragen auf die neue Ziel-URL weiter.

Was passiert bei einer 301-Weiterleitung im Detail?

Nehmen wir an, dass ein Besucher die Seite abc.html aufrufen möchte. Diese befindet sich auf der Domain “domain.de”. Der Browser des Besuchers sendet dann eine Anfrage an den Webserver von domain.de mit der Bitte die Seite abc.html auszuliefern. Doch die URL hat sich geändert und die Inhalte liegen nun unter xyz.html. Also übermittelt der Webserver den HTTP-Statuscode 301 von der Seite domain.de/abc.html auf domain.de/xyz.html. Durch den Statuscode 301 versteht auch der Googlebot (Suchmaschinencrawler von Google), dass sich die Inhalte von abc.html nun dauerhaft unter xyz.html finden lassen und nimmt die neue URL in den Google-Index auf.

Wann sollte man eine 301-Weiterleitung einsetzen?

Wie schon eingangs erklärt, sollte eine 301-Weiterleitung immer dann eingesetzt werden, wenn sich die URL-Struktur einer Website ändert – beispielsweise durch einen Relaunch – oder wenn zwei Websites zusammengeführt werden und bestehende Inhalte unter einem Domainnamen zusammengefasst werden.

Nachbrenner: Google zündet im Mai Stufe zwei des “mobile-friendly”-Updates

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Im Mai wird Google eine weitere Stufe des “mobile-friendly”-Updates ausrollen:

Today we’re announcing that beginning in May, we’ll start rolling out an update to mobile search results that increases the effect of the ranking signal to help our users find even more pages that are relevant and mobile-friendly.

Damit wird Google scheinbar den Effekt des Ursprungs-Updates verstärken. Webmaster, die ihre Seite bisher nicht mobiltauglich gemacht haben, sollten dies nun schnellstmöglich nachholen, um keinen Traffic zu verlieren.

mobile_friendly_tool_google

Zur Historie des “mobile-friendly”-Updates:

Am 21. April 2015 rollte Google für alle mobilen Suchergebnisse weltweit das “mobile-friendly”-Update aus. Viele Medien berichteten von einem “Mobilgeddon”, da im Zuge dieses Updates Websites mit besseren Rankings belohnt werden. Oftmals wurde fälschlicherweise angenommen, dass Websites abgestraft werden, die nicht mobilfreundlich sind. Doch Google strafte niemanden ab, sondern verteilte nur leichte Boosts an mobilfreundliche Websites – viele brand-Websites kamen trotzdem ungestraft davon, auch wenn sie nicht mobilfreundlich waren.

Doch welche Kriterien mussten und müssen Websites erfüllen, damit sie als mobilfreundlich gelten? Google hat die Kriterien offen kommuniziert:

  • Für Mobilgeräte unübliche Software wie Flash wird vermieden.
  • Der Text kann ohne Zoomen gelesen werden.
  • Die Größe des Inhalts wird an den jeweiligen Bildschirm angepasst, sodass Nutzer nicht horizontal scrollen oder zoomen müssen.
  • Der Abstand zwischen Links ist groß genug, damit Nutzer problemlos auf den gewünschten Link tippen können.

Quelle: Webmaster Central Blog

Alle Webmaster, die ihre Websites schon mobiltauglich gemacht haben, müssen sich nicht fürchten. Testen könnt ihr dies mit dem Mobile-Friendly Test.

So funktioniert Blogger-Marketing im Einklang mit den Google Richtlinien

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Kommunikation und Informationsfluss verändern sich im Laufe der Zeit immer stärker. Heutzutage kann, dem Internet sei Dank, so gut wie jeder publizieren und informieren. Dies ebnet den Weg eines neuen Berufsfeldes neben klassischen Journalisten – und zwar das Berufsfeld des Bloggers. Blogger werden in ihren Bereichen immer mehr zu Meinungsführern und sammeln Reichweite in Form von Followern. Diesen Kanal erkennen auch immer mehr Unternehmen und wollen ihn zu Marketingzwecken nutzen. Doch es gibt zwei entscheidende Faktoren, die Blogger und auch Unternehmen beachten sollten, damit das “Geschäft” auch wirkungsvoll ist und nicht von den Lesern als Werbung und Geldmacherei verurteilt wird.

Show me your desk

Es ist gängige Praxis, dass Unternehmen einem Blogger ein Produkt (Smartphone für Techblogger, Schuhe für Fashionblogger) oder eine Dienstleistung (Hotelübernachtung für Reiseblogger, Restaurantbesuch für Foodblogger) anbieten, welche(s) kostenlos in Anspruch genommen werden darf. Im Gegenzug berichtet der Blogger dann über das Produkt oder die Dienstleistung. Manchmal bitten Unternehmen dann um eine Verlinkung auf die Unternehmensseite, auf die Produktseite, auf die Social Media-Kanäle etc. Doch eine Verlinkung sollte in solch einem Falle immer mit dem nofollow-Attribut entwertet werden, erklärt das Google Webspam Team. Denn ohne den Kontakt und die kostenlose Herausgabe des Produktes oder der Dienstleistung wäre eine Verlinkung nicht zustande gekommen, sie wäre daher erkauft und verstößt damit gegen die Richtlinien für Webmaster. Auch sollten Blogger, auch im Sinne der Transparenz gegenüber ihrer Leserschaft, deutlich kennzeichnen, wenn ein Blogpost in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen zustande gekommen ist.

Also in Kurzform:

  • Verlinkungen zu Unternehmen, die kostenlose Produkte oder Dienstleistungen bereitgestellt haben immer in nofollow
  • Klare Kennezichnung bei Zusammenarbeit mit Unternehmen. Beispiel: “Sponsored Post – Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit xyz entstanden.”

Auch empfiehlt das Google Webspam Team in ihrem Blogpost, dass Blogger hochwertigen Content mit hohem Mehrwert für ihre Leser erstellen sollten – doch das ist ja nichts Neues und ja auch die Essenz eines guten, reichweitenstarken Blogs.

Google: In Zukunft vielleicht manuelle Maßnahmen gegen Fake App Interstitials

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Seit November straft Google mobile Webseiten ab, die ihre Apps mit ganzflächigen App-Interstitials bewerben – in der Konsequenz werden sie nicht mehr mit dem “mobile-friendly”-Label angezeigt. Im Januar berichteten wir, dass Yelp beim Aufruf der Seite mit einem Mobilgerät ein Fake App Interstitial anzeigt. Auf den ersten Blick ist das ganzseitige Interstitial nicht als Fake zu entlarven, man kann jedoch mühelos auf die Yelp-Seite zugreifen, indem man einfach runterscrollt:

verstecke_webseiteninhalte_yelp

Hier könnte man Yelp unterstellen, dass sie die Google-Policy absichtlich umgehen wollen, aber trotzdem möglichst viele Mobil-Nutzer zur Nutzung der App zu bewegen versuchen. Wenn Google die Interstitials algorithmisch erfasst, dann könnte die Maschine hier an ihre Grenzen stoßen.

Im aktuellen Webmaster Central Hangout stellte ein Webmaster die Frage, wie Google mit genau diesem Problem umgehen wird. Er habe beim Surfen festgestellt, dass Yelp mit Fake-Interstitials arbeitet und wolle wissen, ob und wie Google dagegen vorgehen würde. Webmaster Trends Analyst John Mueller erklärte, dass diese Vorgehensweise den Nutzer verunsichern würde, da er denkt ein App-Interstitial vor sich zu haben. Yelp würde damit versuchen die Google-Policy zu umgehen. Die Konsequenz formuliert er – wie immer – vorsichtig:

So those are the type of things where we are considering maybe taking manual action and saying well we need to flag this as an interstitial even if it isn’t flag from our algorithms. I think that the teams are definitely aware of these kinds of situations and they’re trying to figure out how best to respond to that.
Zitat aus TheSEMPost

Bis Google wirklich manuelle Maßnahme gegen solche Vorgehensweisen ergreift wird es wahrscheinlich noch etwas dauern. Allerdings scheint dies die zukünftige Marschrichtung zu sein.

Die Aussage im Wortlaut findet ihr auch im eingebetteten Video:

Technik erklärt: Darum sind AMP-Artikel so schnell

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Seit Mitte Februar zeigt Google in seinen mobilen Suchergebnissen bei den entsprechenden Suchanfragen AMP-Artikel prominent in Form eines News-Carousel an. Das AMP-Framework, welches aus der Digital News Initiative von Google und einigen Publishern weltweit in Zusammenarbeit entstanden ist, gibt es schon seit dem 7. Oktober.

Gestern gaben Nadine Gerspacher und Sebastian Benz von Google noch ein paar Details zu AMP preis – der Head of SEO bei SPIEGEL ONLINE, Raphael Raue gewährte einen Einblick in die praktische Umsetzung von AMP und die mit dem Framework verbundenen Potenziale für Publisher. Die Key-Features von AMP zeigt dieses Slide:
Bildschirmfoto 2016-03-09 um 17.22.17

Wer in der letzten Zeit einen AMP-Artikel auf dem Smartphone geöffnet hat, der wird sich gefragt haben, warum die Inhalte derart schnell bereitstehen. Es liegt an diesen Gründen:

1. AMP erlaubt nur asynchrone Scripte
JavaScript beispielsweise erlaubt es zwar eine Website individuell zu gestalten, kann aber auch dazu führen, dass die Seite lange zum Laden aller Inhalte benötigt. Daher erlaubt AMP nur asynchrones JavaScript, wo Inhalte parallel geladen werden können.
Beispiel: Der Facebook Chat funktioniert via JavaScript. Dein Browser stellt eine Anfrage an den Facebook Server und wartet auf eine Antwort. Da es asynchron ist, kann parallel dazu auch die Timeline aktualisiert werden.

2. Die Dateigrößen aller Ressourcen werden vorab ermittelt
Alle externen Ressourcen, wie Bilder, Ads oder iFrames übermitteln ihre Größe schon vor dem Herunterladen an die AMP-Seite. So kann AMP die Inhalte optimal platzieren und muss nicht auf Elemente mit unbekannter Größe warten, welches die Gesamtladezeit erhöhen würde. Für das Laden einer AMP-Seite wird nur ein HTTP-Request benötigt. Da AMP auf eine möglichst schnelle Ladezeit optimiert wurde, wird nach dem Laden und Rendern aller Inhalte auch kein Re-Rendering mehr vorgenommen.

3. AMP lässt Erweiterungen nicht das Rendering blockieren
Wenn in eine AMP-Seite Erweiterungen, wie Tweets oder Instagram-Bilder, eingebaut werden sollen, dann muss dieses Erweiterungs-Script dies AMP im Vorfeld mitteilen. AMP baut dann ein iFrame als Platzhalter ein und dort kann dann die Erweiterung ausgeführt werden. Auch dieses Script wird asynchron ausgeführt, sodass Rendering nicht blockiert wird. Der Code sieht beispielsweise folgendermaßen aus:

Script_AMP_extensions

4. AMP verbannt Drittanbieter-JavaScript in iFrames
AMP erlaubt JavaScript von Drittanbietern. Allerdings nur in iFrames. So kann es nicht die Ladezeit des gesamten Dokuments beinflussen oder gar verzögern.

5. CSS muss inline sein & maximal 50 KB groß
In AMP-Seiten darf CSS nur inline ausgeführt werden. Im Beispiel sähe das dann folgendermaßen aus:

CSS_inline

6. AMP erlaubt nur 2 Arten von Animationen
AMP übergibt alle Animationen an den Grafikprozessor des Rechners mit dem der Nutzer die AMP-Seite aufruft. Der Browser wird also vollständig entlastet. Da die GPU aber keine Animationen am Seitenlayout umsetzen kann und diese Aufgabe an den Browser übergeben würden, ist diese Art der Animation schlichtweg bei AMP nicht möglich. Die einzig unterstützten Animationen sind Undurchsichtigkeit und Vergrößerung.

7. Priorisierung von Ressourcen
Kurz gesagt: AMP lädt nur jene Ressourcen, die gebraucht werden, also genau die, die der Nutzer sehen wird:

When AMP downloads resources, it optimizes downloads so that the currently most important resources are downloaded first. Images and ads are only downloaded if they are likely to be seen by the user, above the fold, or if the user is likely to quickly scroll to them.

8. Prerendering von AMP-Artikeln
Schon bevor ein Google-Nutzer auf einen AMP-Artikel in den Suchergebnissen klickt, wird er vorgeladen. So hat der Nutzer das Gefühl, dass der Artikel rasend schnell geladen und aufgebaut wurde. Allerdings wird Prerendering nur für Inhalte above the fold eingesetzt und nicht für Inhalte die die CPU stark beanspruchen:

When AMP documents get prerendered for instant loading, only resources above the fold are actually downloaded. When AMP documents get prerendered for instant loading, resources that might use a lot of CPU (like third-party iframes) do not get downloaded.

Alle weiteren Informationen zu AMP findet ihr auf ampproject.org und die aufgezählten Inhalte im Original hier.