Keywordrecherche für Online-Journalisten

4 Kommentare

Dass sich Online- und Print-Journalismus grundlegend voneinander unterscheiden, ist nichts Neues. Denn auch wenn sich bei beiden Medien Überschneidungen in der Zielgruppe finden – so lesen beispielsweise Welt.de-Leser bestimmt auch gerne die gedruckte Zeitung oder sind wiederkehrende Leser, wenn nicht sogar Abonnenten. Doch ein nicht geringer Anteil der Welt.de-Leser surfen das Online-Portal nicht gezielt an, weil die Welt “ihre” Zeitung ist, sondern kommen über Google. Das Statistikportal Statista zeigt dies in der folgenden Grafik:

Neben den “Stammlesern” kommen viele Besucher über die Google-Suche oder Google-News. Dazu geben sie Suchanfragen ein und klicken auf das für sie am attraktivsten und informativsten aussehende Ergebnis. Um allerdings mit ihrem Text für die Suchanfrage zu ranken, müssen Journalisten umdenken.
Früher in Print-Zeiten galt es noch möglichst Doppelungen zu vermeiden und Synonyme zu verwenden, damit ein Text ansprechend war. Im Online-Journalismus helfen Doppelungen dagegen deutlich zu machen, um welches Thema es im Text geht. Doch noch viel wichtiger: Es müssen die richtigen Wörter im Text verwendet werden. Redakteure sollten beim Verfassen eines Textes an die Suchbegriffe denken, nach denen ihre Zielgruppe – genauer gesagt ihre Leser – suchen würden. Und da die Google-Besucher ja meist keine Stammleser sind, müssen sie einen möglichst großen Querschnitt aller Internetnutzer treffen – Stichwort “hohes Suchvolumen”.

Auf dem Blog “Lousy Pennies” hat Stephan Goldmann einen Artikel veröffentlicht, in dem er deutlich macht, dass Journalisten ja für den Leser publizieren und daher auch darauf achten sollten, dass der Leser die publizierten Inhalte findet. Also sollten man sich auch im Sprachumfeld des Lesers aufhalten und Wörter nutzen, die der Leser auch benutzt. Denn ein potenzieller Leser wird nur Worte aus seinem Sprachumfeld ins Suchfeld bei Google eintippen. Jene Onlinemedien, die sich nicht nach dem Sprachumfeld dieses Lesers richten, würden dann in den SERPs nicht auftauchen – sie nutzen schlicht und einfach die falschen Worte. Und auch wenn Google als Suchmaschine immer klüger wird, so wird es noch lange dauern, bis die Suchmaschine versteht, dass die CHIP-Redakteure mit “Pixelknecht” nichts anderes als “Bildbearbeitungsprogramm” meinen.

Tools zur Keywordrecherche

Herauszufinden, in welchem Sprachumfeld sich der Großteil der Internetnutzer aufhält und dann “Leseroptimiert” zu schreiben, ist gar nicht schwierig. Google selbst hat mehrere hilfreiche Tools auf Lager: Google Suggest, Google Trends und den Google Keyword Planner. Google Suggest klappt auf, wenn ein Google-Nutzer einen Suchbegriff in die Suchleiste eingibt und schlägt weitere Kombinationen mit diesem Suchbegriff vor. Google Trends visualisieren die Häufigkeit von Suchanfragen im historischen Kontext. Damit lassen sich, wie der Name schon sagt, Trends identifizieren. Der Google Keyword Planner ermittelt das Suchvolumen eingegebener Keywords. Auf diese Weise können Publisher herausfinden, nach welchen Suchbegriffen die Internetnutzer suchen und ihren Text anpassen. Auch kann man auf diese Weise sehen, ob potenzielle Leser nach den verwendeten Begriffen in ihrem Text suchen würden. Externe Tools, wie Übersuggest oder das Keywordtool.io, ermitteln für einen eingegeben Suchbegriff alle von Google ausgelieferten Keyword-Vorschläge und generiert neue Vorschläge. Suchvolumina können dann im Google Keyword-Planner eingesehen werden.


Kommentare

  1. Super, einfach und verständlich erklärt, wozu eine Keyword-Recherche gut sein kann 🙂 Danke für den schönen Artikel.

  2. Ich finde das Beispiel auch super. Generell bekommt man es natürlich hin, jemanden von einer gründlichen Keyword-Recherche oder auch -Analyse zu überzeugen, doch dieses Beispiel verdeutlicht den meiner Meinung nach fast wichtigsten Aspekt dieser Arbeiten: Nicht am Suchenden vorbei optimieren, sondern für ihm!

    Danke für den Artikel und schöne Grüße,
    Nico

Trackbacks/ Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *