Neuausrichtung der Ads in den Google SERPs: Bezahlte Ergebnisse verdrängen die Organischen

5 Kommentare

Am 19. Februar hat Google gegenüber Matt McGee von Search Engine Land offiziell bestätigt, dass die Suchmaschine ab sofort ein neues Design für die Desktop-Suchergebnisse ausrollen wird. Seit diesem Zeitpunkt werden keine AdWords mehr rechts neben den regulären Suchergebnissen angezeigt.

Zur Erinnerung. Das Layout bis zum 19. Februar sah folgendermaßen aus:SERPs vor AdWords-Update

Vor den organischen Suchergebnissen zeigte Google drei bezahlte Suchergebnisse und vier bis fünf bezahlte Suchergebnisse rechts neben den organischen Suchergebnissen.

Mit dem Rollout des Design-Updates verschwanden die bezahlten Suchergebnisse auf der rechten Seite und die den organischen Suchergebnissen vorangestellten bezahlten Suchergebnisse wurden um einen Treffer erhöht:

Google_SERPs_ab_19_Februar

Was ändert sich mit dem Design-Update?

Nach dieser Design-Umstellung ändert sich für den Suchenden nicht allzu viel. Denn wie eine (schon etwas ältere) Eyetracking-Studie von Mediative zeigte, dass die bezahlten Suchergebnisse rechts durchschnittlich sehr wenig Aufmerksamkeit vom Suchenden bekommen:

In der Studie von 2005 sehen die Blickbewegungen aus wie ein Dreieck.

In der Studie von 2005 sehen die Blickbewegungen aus wie ein Dreieck.

Im Zuge einiger Anpassungen seitens Google sieht eine Heatmap heutzutage nicht mehr exakt so aus, wie vor 11 Jahren. Doch die ersten Suchergebnisse bekommen auch heute noch die größte Aufmerksamkeit. Und mit dem Update des SERP-Layouts stehen auf den ersten vier Plätzen nun bezahlte Suchergebnisse. Sofern die Advertiser gute und zur Suchanfrage passende Title- und Meta-Texte vergeben haben, könnte sich die Klickrate auf die bezahlten Suchergebnisse nun erhöhen. Im heutigen Test waren die bezahlten Suchergebnisse auch nicht mal mehr mit einem Strich von den organischen Suchergebnissen abgetrennt – einzig das kleine “Anzeige”-Symbol zeigt, dass es sich um ein AdWords-Ergebnis handelt.

Google pusht damit seine bezahlten Suchergebnisse. Dies wird höhere Klickpreise zur Folge haben, aber auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Anzeigen geklickt werden. Zwar können Unternehmen damit mehr Besucher bekommen ohne SEO durchführen zu müssen, aber in Zukunft müssen sie dafür wahrscheinlich immer tiefer in die Tasche greifen. Der letztliche Gewinner aber sind nicht die Unternehmen, sondern Google: Höhere Einnahmen durch höhere AdWords-Preise und höhere Provision durch mehr Klicks. Ein Win-Win-Geschäft für den Suchmaschinen-Riesen.


Kommentare

  1. Angie meint:

    Bei einem meiner Tests waren außer den vier Anzeigen oben noch weitere drei Anzeigen unten auf Seite 1 zu finden. In den generischen Suchergebnissen wurden nur noch 8 Webseiten gelistet, dafür aber die News. Google Shopping Ergebnisse erschienen rechts.

  2. Mal schauen was Google mit dem “gewonnenen Platz” auf der rechte Seite, in Zukunft anfangen wird…

  3. Als SEO sollte man keine Angst vor dem Update haben. Die Änderung betrifft nur ca. 35% der Suchbegriffe. Genauso wie der Einbruch der CTR aufgrund der vierten Anzeige, ist eine Steigerung der CTR aufgrund der weggefallenen Anzeigen denkbar. Wir können zumindest bei unseren Projekten keinen Einbruch im organischen Traffic aufgrund des Updates erkennen.

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Neuausrichtung der Ads in den Google SERPs – Julian Hoffmann von SEO.at berichtet in seinem Artikel über den Wegfall der AdWords-Anzeigen rechts neben den SERPs bei Google. Der Wegfall der Anzeigen wird seiner Meinung dazu führen, dass die Anzahl der Klicks auf die normalen SERPs noch weiter sinkt. Weiter… […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *