SES: SEO und SEM in Deutschland

So, endlich mal ein Vortrag mit dem Schwerpunkt SEO. Auch wenn Christoph Burseg und Stefan Fischerländer die Thematik recht allgemein abhandelten, wurden doch am Rande ein paar interessante Infos, moderriert durch Markus Hövener, hervorgebracht. So behandelte das dritte F-Panel der SES Berlin 2009 die Besonderheiten einer deutschen Suchmaschinenoptimierung und wie sich diese evtl. von dem US Markt unterscheidet. Auch Problematiken mit dem Duplicate Content und sprachlichen Besonderheiten wurden zur aktuellen SEO-Standpunktanalyse herangezogen.

Den Anfang der Session machte Christoph von TRG.  Zunächst verwies er darauf, dass es generell Unterschiede zwischen google.de und google.com gibt. Gut, das dürften die meisten hier auch wissen.  Kurze recap: Also die Google Marktanteile differieren. In BRD ist Google der Suchmaschinendominator, in US muss Google sich den Markt mit Yahoo und Bing teilen.  Ergo: Bing und Yahoo sind ind BRD als Searchengine zu vernachlässigen.

Aber was ergibt sich daraus und wie ist der deutsche Markt aufgestellt?

In Deutschland haben wir laut Herrn Burseg ca. 43,5 Mio Internetnutzer, die wiederum 4 Mrd. Suchanfragen pro Monat generieren. 107 pro Kopf.  So mal als kleines Zahlenspielchen.  Das heißt von den 43,5 Mio. Internetusern suchen 84% mind. einmal pro Woche im Internet und das zumeist mit Google. Da jeder was von diesen Anfragen als SEO und OM abhaben möchte, und Google die alleinige Maschine im deutschen Sprachraum ist, die diese Suchanfragen generiert, kommt es zu einer recht hohen Konkurrenzdichte in den SERPS. Eine Nischenfindung wie in Amerika mit Yahoo oder bald auch Bing ist einfach nicht möglich. Das heißt ich muss kucken wo ich als SEO bzw wo meine Site in den SERPS bleibt. Und wie verbessere ich wohl am besten das Ranking? Na klar, mit Links.

Die Verlinkung einer Website ist das fundamentale Bewertungskriterium von Google.  Mehr und bessere Links heißt momentan auch einfach ein besseres Ranking. Aber wie komme ich an die Links? Via Digg, wie in Amerika geht das eben nicht mit uns, da yigg und co. einfach zu schwach sind, bzw. es nicht auf die Reihe kriegen vernünftigen Service anzubieten. Zudem sind die Nutzer auch hierzulande einfach anders gestrickt.  Neben dieser Problematik herrscht zudem noch ein Linkgeiz in Deutschland, der es schwer macht Linkbuilding zu betreiben. Ein schönes Beispiel von Christopher war der Vergleich der NY Times mit Spiegel. (4 ausgehende Links bei der Times vs. 12 interne Verlinkungen bei spiegel) Doch wie kommt man in Deutschland an Links. Nun, das ist kein Geheimnis. Man erhält Links durch:

  • Linktausch
  • Linkkauf
  • und ein bisschen über SMO

So thats it. Keine neuen Weisheiten, aber trotzdem lehrreich, oder?

Keywords, Duplicate Content and more

Weiter gings dann mit Herrn Fischerländer, der die Thematik SEO aus sprachwissenschaftlicher Sichtweise,  mehr von der Keywordsuche her betrachtete und gegen Ende die Problematik mit dem bösen duplicate Content aufgriff.  Als eine interessante Marktkennziffer sei gesagt, dass nur 4% der Weltbevölkerung „Deutsch“ sprechen. Also eine kleine Zielgruppe, global betrachtet. Dafür ist jedoch das BIP sehr hoch, sodass der dt. Markt für viele Marken und Firmen äußerst lukrativ ist. Wir haben also eine hohe Kaufkraft.

Doch wie kann ich nun als SEO in Deutschland von den Suchanfragen profitieren und wie Erfahre ich, wonach denn überhaupt gesucht wird?

Diese Infos gibt es in einem kleinen Update dieses Postings, welches ich nachreichen werde, da schon wieder der nächste Vortrag beginnt. Also später einfach noch hier vorbeiklicken.

So und hier das versprochene Update:

Nach Herrn Fischerländer gibt es mehrere Möglichkeiten relevante Keywords zu erhalten. So kann man Umfragen starten, auf Keywordtools zurückgreifen, bestehende Websites analysieren, Konkurrenzanalysen durchführen und der gleichen mehr. Ein nettes Tool für Firefox ist in diesem Themenzusammenhang „Search Cloud“, welches relevante Suchbegriffe zu einem Key in Form einer Wortwolke ausgibt. Im Allgemeinen bezeichnet Fischerländer die Keywordsuche als einen Brainstormingprozess.

Was ist wichtig und sollte bei der Keywordsuche berücksichtigt werden?

  • 1. Die Rechtschreibreform: Nicht immer sind die am meisten eingetippten Suchanfragen bezüglich einer Thematik auch immer mit den Regeln des Dudens kongruent. So tippen beispielsweise viel mehr Menschen den nach alter Rechtschreibung „gültigen“ Begriff  „Joghurt“ (65%) ein, anstatt den nun dudenkonformen Begriff „jogurt“ (35%) zu verwenden.
  • 2. Tippfehler: Auch Tippfehler und falsche Schreibweisen sollten bei der Keywordsuche einen Einfluss auf die Auswahl der Keywords haben.  Oftmals vernachlässigt wird in diesem Zusammenhang auch die unterschiedliche SERSPS-Gestaltung des ein und selben Wortstammes aufgrund von Deklinations oder sonstigen grammatikalischen Wortvariationen (Singular, Plurar, Komposita usw.) Manchmal verändert ein einfaches Genitiv „s“ schon die SERPS bei Google
  • 3. Regionale Sprachunterschiede: Besonders für die lokale Suche relevant sind die regionalen Disparitäten der deutschen Sprache. Wer in Bayern nach „Brötchen“ sucht gibt wohl eher das Wort „Semmel“ ein, oder? Auch das sollte man wissen!

Duplicate Content

Ein weiteres Thema von Herrn Fischerländer war die Problematik des duplicate Content. Zwar sagt Google, es gäbe keine Abstrafung für DC (duplicate Content), aber es kann ja passieren, dass bei mehreren gleichen Versionen eurer Webseiten mit identischen Inhalten, die falsche Version indexiert wird oder mit Links von außen versorgt wird. Auch kann es sein, dass die originäre Site einfach in den Untiefen des Index nach hinten weitergereicht wird. Also im Endeffekt eine indirekte Abstrafung.  Duplicate Content ist manchmal aber auch sehr schwer zu vermeiden. Zum Beispiel wenn man eine Website für die Länder Österreich, Deutschland und die Schweiz optimieren möchte. Da kann es durchaus sein, dass die ein oder andere loklisierte Seite identisch mit der Quelle ist. Für solche Fälle kann man durchaus auf das canonical tag zurückgreifen, welches aber nach Fischerländers Auffassung die letzte Instanz sein sollte. Er empfiehlt folgendes Vorgehen:

  • 1. Nur originären Content verwenden (Anm. d. R.: Geht doch aber nicht immer!)
  • 2. Generell DC vermeiden
  • 3. Mit 301-Weiterleitungen arbeiten
  • 4. Canonical Tag notfalls einsetzen

Lokale Suche

Am Ende des Vortrages schwenkte Fischerländer einmal kurz in den Bereich der lokalen Suche, die bei Google zunehmend an Interesse gewinnt. Lokale Suche bedeutet hierbei, dass anhand eurer IP regionalspezifische Ergebnisse eingeblendet werden sollen. Funktioniert noch nicht perfekt, aber Google arbeitet dran. Wie kann ich als SEO das Ranking beeinflussen. Aufgrund der kurzen Vortragszeit kamen nur basics zum Anklang. Hier die kurzen Infos:

Die Website in Branchenverzeichnisse eintragen (Empfehlungen: Gelbe Seiten, Qype und das Googleverzeichnis eben). Von Vorteil für das lokale Ranking ist auch die Qualität einer Seite, so ist es sinnvoll genaue Produktbezeichnungen bereitzustellen, Kundenbewertungen zu ermöglichen, die Adresse der gesuchten Stadt aufzunehmen und die Linktexte entsprechend auszuwählen.

So das wars dann auch für diese Session. Weiter gehts mit SEM und PPC


Kommentare

  1. 107 Suchanfragen pro Kopf, das ist doch mal ne coole Zahl für Präsentationen. Von den 4 Mrd insgesamt einige abzuschöpfen, das macht SEO für mich so spannend. Thanks for sharing!

    ps: Neben Deinen 3 erwähnten Link-Ergatterungsmöglichkeiten sehe ich (je nach Thema) auch persönliche Anfragen über Mail / Post an Webmaster. Klar sind überdurchschnittlich viele geizig, aber bei manchen springt ab und an ein richtig netter one-way Link raus, und damit ist ordentlich was gewonnen. Wie gesagt, muss man natürlich individuell betrachten, habe aber sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Kost halt Zeit…

  2. Danke für die Berichterstattung, die wesentlich umfangreicher ist als das Gezwitscher bei Twitter. Zwei kleine aber nicht unwichtige Korrekturen:
    1. die 4 Mrd. Suchen in Deutschland sind pro Monat, nicht pro Woche (jedenfalls laut comScore, März 2008)
    2. einmal hast Du „… 43,5 Mrd Internetusern…“ geschrieben, soll wohl „… 43,5 Mio. Internetusern“ heißen

  3. Ein großes Danke an den Namensvetter,
    ich kann leider nicht zur SES obwohl sie vor meiner Haustür stattfindet.
    Auch wenn es nicht die Mega Neuigkeiten sind möchte ich trotzdem meinen dank loswerden.

  4. Merci. Habs ausgebessert. Sitze grad am Linkbuilding Artikel. Dank Dir

  5. Lesenswerter Beitrag, danke. Meine Favoriten neben SEO und SEM sind derzeit die Social Networks und die Google-Channels News, Archive, Videovermarktung und Gadgets. Unsere Super-Affiliates (Iven & Hilmann / LBi.com gehört auch hier zu den Top-Agenturen) überraschen uns gerade mit enormen Umsätzen in den “neuen” Google-Kanälen.

    Spannend, was da noch kommt;-)

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