„SEO verboten!“ — Interessante Partnerprogramm-Bedingungen

Sascha Preisegger hat im Blog von 100partnerprogramme.de einen lesenswerten Artikel über kuriose / ärgerliche / widersinnige Bedingungen von Partnerprogrammen geschrieben — da hat sich über die Zeit wohl viel Wut aufgestaut, die nun endlich mal raus musste.

Mein persönliches Highlight:

SEO / SEM verboten!

Und natürlich der beliebte Klassiker:

Der Affiliate darf ausschließlich die Werbemittel auf seiner Website verwenden, die ihm von ******* über das Internet-Partnerprogramm zur Verfügung gestellt wurden.

Man will ja schließlich nicht, dass durch individuelle Anpassung von Textlinks / Bannern mehr Sales als eben nötig zustande kommen.


Kommentare

  1. Im SEM-Bereich kann ich es absolut verstehen: Ein Shop, der selbst eine SEM-Kampagne betreibt, müsste schließlich gegen die Affiliates anbieten. Die SEM-Kosten würden explodieren, die Kampagnen würden sich gegenseitig kannibalisieren. Insofern ist ein SEM-Verbot tatsächlich in den meisten Fällen sinnvoll.

    Ein SEO-Verbot kann ich unter bestimmten Bedingungen zwar nachvollziehen (viele Shops investieren selbst viel Geld in SEO und wollen nicht selbst die Konkurrenz „ranzüchten), dennoch ist ein solches „Geschäftsgebahren“ etwas seltsam…

  2. Also, gut.

    Kein SEO/SEM als Bedingung ist aus meiner Sicht gar nicht nachvollziehbar. Was ist wenn die Seite von sich aus einfach gut Ranked? Oder wenn die Nutzer darauf verlinken?

    viel besser wäre doch eine robots=’noindex‘ + robots.txt disallow. 🙂

  3. @wendy: Wie gesagt, beim SEO stimme ich weitgehend zu. Bei SEM kann ich es aber durchaus verstehen, denn hier würden den Shop-Betreibern letztlich doppelte Kosten für Sales entstehen, die sie auch ohne den Affiliate größtenteils sowieso generiert hätten.

    Das gilt umso mehr bei großen Marken, denn natürlich bieten die Affiliates dann vor allem auf die günstigeren Markenbegriffe (gegen die sich der Markeninhaber dann noch „verteidigen“ muss), und nicht unbedingt auf teurere generische Begriffe.

  4. Ach ja, und noch ein Wort zur “ individuellen Anpassung“. Sicher gibt es einige echte Profis unter den Affiliates. Aber eben nicht nur. Und selbst die Profis wissen nicht immer im Detail, worauf es bei einer einzelnen Marke ganz genau ankommt.

    Wer sich auch nur ein wenig mit Markenbildung auseinandergesetzt hat, wird solche Regeln durchaus verstehen. Eine Marke, die ihren Affiliates frei Anpassungen der Werbemittel erlaubt, wird binnen kürzester Zeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Und riskiert im Übrigen auch rechtliche Probleme – denn nur die wenigsten Affiliates dürften auch Rechtsexperten sein.

  5. Mhh Heiner, kann mich deiner Meinung zu SEM nicht ganz anschließen. Der Shop könnte durch SEM Affiliates eine Menge Arbeit, Geld und Risiko sparen. Wenn er natürlich auf Teufel komm raus vor den Affiliates bei AdWords ranken will könnte das natürlich teuer werden – man muss halt die Kanäle aufeinander abstimmen.

    Generell ist natürlich „kein SEM/SEO“ totaler Bullshit – denn warum macht man denn als Shop bei nem Affiliateprogramm teil? -> Genau, Reichweite. Das SEO/SEM dafür nunmal sehr gute Tools sind hat der Affiliatemanager nicht ganz gerafft 🙂

  6. Das Werbemittel nicht [ohne Absprache] verändert werden dürfen ist normal und macht auch Sinn – Heiner hat ja schon die rechtlichen Probleme angesprochen, Preisauszeichnungen, Anpreisungen, Verbraucherschutz, Wettbewerbsrecht – als Affiliate bekommt man ja mehrmals die Woche E-Mails welche Formulierungen jetzt gerade wieder aus rechtlichen Gründen geändert werde müssen. Letztlich geht es aus meiner Sicht eher um Haftungsfragen als um Markenschutz. Gute Merchants sind aber durchaus offen für Vorschläge bei den Werbemitteln.

  7. @Heiner – Was Corporate Design etc. angeht gebe ich Ihnen völlig recht – wenn es aber zu SEO kommt, wären wechselnde Anchor- und Titletexte im Sinne des Werbetreibenden, da Google es für unnatürlich ansieht, wenn eine große Anzahl von Seiten die gleichen Einstellungen verwenden. Daher würde ich die teilweise Anpassung der Texte erlauben, eventuell mit Vorgabe, dass gewisse Keywords auftauchen sollten.

  8. @Nougat: „Der Shop könnte durch SEM Affiliates eine Menge Arbeit, Geld und Risiko sparen.“

    Wenn er selbst nichts oder wenig im SEM-Bereich machen möchte, ja. Wenn SEM aber einer der Haupt-Werbekanäle ist, ist das Gegenteil der Fall. Und dies trifft nunmal gerade bei großen Marken sehr häufig zu.