SEOkomm: Big Surprise

Der erste Vortrag der heutigen SEOkomm wird der von Marcus Tandler, vielen eher als „Mediadonis“ bekannt, sein. Der Name der Präsentation sollte laut Programm den Namen „Big Surprise“ tragen. Wie sich jedoch herausstellte, sollte das eigentliche Topic der Session „Advanced Linkbuilding  –  Strategies for Affiliates“ lauten.

Der Vortrag ging vor darauf ein, wie Google bestimmte Linkmuster bewertet und wie man es schafft, als Affiliate für Google wie eine Marke auszusehen. Während es Inouse-SEOs relativ einfach haben Links zu bekommen, ist dies für Affiliates nicht so trivial. Dies führt dazu, dass viele Affiliate-Seiten ein unnatürliches Linkmuster aufweisen. Da der PageRank kaum noch eine Bedeutung hat, argumentierte Marcus die Unterschiede anhand des Trustranks und der Themenrelevanz.

Während es für Brands typisch ist, dass diese sehr viele Links mit ihrem Markennamen als Anchortext haben, ist dies bei den meisten Affiliate-Seiten nicht der Fall. Dies kommt vor allem daher, da insbesondere diese Gruppe immer noch versucht möglichst viele Backlinks mit den spezifischen Keywords als Anchortext zu bekommen. Laut Marcus ist diese Methode jedoch impraktikabel geworden wenn es darum geht, nachhaltig gute Positionen in den SERPS zu besetzten. Stattdessen ist es immer wichtiger geworden auch als Affiliate den Eindruck zu erwecken, dass man selbst eine Marke sei. Dazu ist es notwendig, den Fokus auf Backlinks mit dem Markennamen als Anchor zu setzen und anschließend ein paar ausgewählte Keywords in den Anchortexten zu platzieren. Marcus stellte anhand verschiedener Metriken plausibel dar, dass Links an sich immer unwichtiger werden und es stattdessen immer mehr um die Marke/Brand geht.

„Brands are the solution, not the problem“ [Google SCEO Eric Schmidt].

Ferner ist es für Affiliates typisch, dass diese nur wenige Links mit viel Trust besitzen. Bei Brands ist dies in der Regel nicht der Fall, was es Google relativ einfach macht, die beiden Gruppen zu unterscheiden. Ferner entwertet Google inzwischen keine einzelnen Links mehr, sondern ist dazu übergegangen, ganze Linkcluster anhand bestimmter Merkmale zu entwerten.

Fazit: Man benötigt heute immer mehr natürliche Links, welche auf den Markennamen lauten und nicht auf Keywords. Was nicht mehr (oder nicht mehr lange) funktioniert sind Sponsored Blog-Posts, High PR-Blogs, nutzlose Artikelverzeichnisse oder Links von komplett themenfremden Seiten oder Expired-Domains.

Fragen und Antworten:

Q: Was war der „schwarze Freitag“ am 27.Oktober 2010 in den USA?

A: Es geht darum, dass Google in den USA fast nur noch lokale Suchergebnisse präsentiert. Zurzeit wird stark an den Filtern gearbeitet. Es sieht so aus, als wollte Google aktuell in jedem Ergebnis in den SERPS lokale Ergebnisse präsentieren. In Deutschland zurzeit jedoch noch nicht aktuelle.

Q: Was benutzt Google als Signal dafür?

A: Google Places und die Adresse im Impressum zum Beispiel.

Hinweis: Mal in Google Places nachlesen!

Q: Sind Meta-Tags relevant für die neuen Filter? Kann man darüber manipulieren?

A: Zurzeit sollte man eher vorsichtig sein. Man könnte jedoch bestimmte Plätze „claimen“ und dann Affiliate-Links setzen. Dadurch, dass Google zurzeit einen Fokus auf diesen Bereich legt, wird jedoch auch Spam bald schneller erkannt werden.


Kommentare

  1. Das war ja eine Zusammenfassung in Höchstgeschwindigkeit. Und fast ohne Rechtschreibfehler – sehr gute Leistung.

  2. OK, muss relativieren, ich meinte mit Rechtschreibfehler den Wechsel Zukunft (erster Abschnitt) in die Vergangenheit (ab zweitem Abschnitt). Aber sonst nichts auszusetzen!

  3. Boris, danke für diesen sehr hilfreichen Artikel. Ich verlinke oft das Keyword in Verbindung mit dem Markennamen, was mir sehr sinnvoll erscheint.

  4. Nummero uno meint:

    Nunja, das mit den expireds kann ich so nicht unterschreiben. Es gibt und wird immer Webseiten geben, die fette Links haben und unter dem Radar von Google „fungieren“. Wenn man keine Footprints hinterlässt und mit dieses expireds nicht wie blöd auf die SERPS hammert, kann man ganz gute Ergebnisse damit einfahren.

    Diversität ist jedoch oberstes Gebot. Die Mischung machst eben oder wie Paracelsus sagte:
    „Dosis sola fecit venenum“

  5. @Nummero uno: ich hatte gestern bereits direkt getwittert, dass man diese Zusammenfassung mit Vorsicht genießen solle (http://twitter.com/mediadonis/status/5195521564082176 ) – ein paar der von mir getroffenen Aussagen, sind hier etwas missverständlich dargestellt worden.

    Selbstverständlich können Links von expired domains durchaus guten Value haben, meine Aussage hat sich lediglich auf schlecht revitalisierte expireds bezogen, von denen es ja derzeit im deutschen Linkbroker-Markt genügend gibt.

  6. Wobei Schmidt sich wohl doch eher CEO als SEO nennen dürfte … 😉

    Aber viel interessanter: An welchen Stellen muss man die Zusammenfassung von Mediadonis mit Vorsicht genießen?

  7. Hi! Ich war ein wenig zu sehr darauf fixiert, die Sachen so schnell wie möglich online zu bekommen, was zu so früher Stunde nicht die Ideallösung gewesen zu sein scheint – vor allem nach der b**** Nacht im viel zu warmen Hotelzimmer 😉

    Ich hatte Marcus später mal angesprochen, was ich insbesondere falsch dargestellt habe (keine Garantie auf Vollständigkeit und 100%ig korrekte Interpretation): Es geht in seiner Kritik vor allem darum, dass keine der getroffenen Aussagen zu pauschalieren ist. Es ist nach wie vor so, dass die Vorgehensweise stark von der Branche und dem Wettbewerb abhängig ist. Ferner ist die Antwort auf den „schwarzen Freitag“ nicht ganz richtig.

    Anstatt meine hier getroffenen Aussagen als absolute Wahrheit zu verstehen (was man in der Branche eh niemals tun sollte), sollte man diese eher als Denkanstoß verstehen, zwischen den Zeilen lesen, und je nach Branche bestimmte Sachverhalte stärker/schwächer gewichten. In diesem Sinne: Alles kann, nichts muss! 😉

  8. „alles kann, nichts muss“…. alles beim alten also! 😉

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