SES: Social Media – Just Facts

Welche Möglichkeiten bietet uns als Webbys das heutige Social Media und gibt es Kenngrößen, mit denen man evtl. die Effezienz von SMO Kampagnen messen kann. Mit diesen und weiteren Fragen rund zur Thematik Social Media setzen sich die Speacker Marcus Tandler, Christian Clawien, onreact (das musste sein Herr Szewczyk) und Mario Fischer auseinander. Moderiert wurde die Session von Boris Bergmann. Eigentlich eine spannende Thematik, die jedoch anfänglich etwas trocken im Panel durchgekaut wurde.

Den Anfang der Session übernahm Christian Clawien,  von Mr.Wong, und führte das Publikum in den Bereich Social Media ein. Mit ein paar hübschen Zahlen lieferte er die ersten aufschlussreichen Infos. Was ist Social Media? Um dies zu veranschaulichen, standen diverse Zahlen und Fakten zu dieser Thematik, nennbare Kenngrößen sowie Erfolgsbeispiele auf seiner Speakeragenda. Social Media hat laut seinem Credo ein riesieiges Potential im modernen Web. So ist beispielsweise die Plattform youtube ein wirkliches Erfolgsgeheimnis, von Twitter ganz zu schweigen. Youtube gilt für Christian als „second searchengine“. Ach ja Twitter hat mehr als 50 Mio. Nutzer weltweit, die täglich 3 Mio. Tweets verschicken. Krass! Facebook: Ein anderer Gewinner im Web 2.0. Mehr als 300 Mio Nutzer weltweit. Diese , jedenfalls zwei Drittel von den Nutzern, loggen sich täglich ein.

Interessant an dem Vortrag von Christian war der Punkt der Messbarkeit von Social Media. Wie kann man das SM denn messen. Folgende Möglichkeiten und Kennziffern sind in seinem Vortrag, der recht flott mit dem Sliding der Folien war, genannt worden:

  • 1. Wie sprechen die Leute im Web über mich. IST-Zustandsanalyse
  • 2. Bindung zur Zielgruppe
  • 3.Dialog
  • 4. Gespräche positiv oder negativ?
  • 5. Wie und wie oft wird über mich, den Brand gesprochen?

Quantitative Messbarkeit

  • Traffic durch SM
  • Anzahl der Tweets
  • Anazhl der Fans, der Follower
  • Zahl der Kommentare im Blog
  • Trafic insgesamt auf der Community/Kampagnenseite
  • Traffic durch user-generated content

Nach dieser kurzen Vorstellung „messbarer“ Kenngrößen zeigte Christian ein paar gelungene SM-Websites, SM steht hier für Social Media und nichts anderes. Beispiele waren: Berlin Twitter Wall, i-love makup, mr.wong und die gelungene Kampagne von IKEA.

Onreact zu Social Media

Anschließend kam Tadeusz von onreact.com zu Wort. Er selbst stellte sich als SEO-Blogger vor und sprach über Social Media und den ROI. Zu Beginn referierte er über Social Media in Deutschland  im Vergleich zum Ausland. Laut seiner Aussage hatten wir global betrachtet eine große Diversifikation innerhalb des Social Webs. Diese Diversifikation scheint langsam, nach dem Release von Twitter, auf dem absteigenden Ast. Twitter wird seiner Meinung nach viele Socialportals „absterben“ lassen.  Selbst myspace, digg und stumbleUpon haben mit Twitter und dem daraus resultierenden Userschwund zu kämpfen. Lediglich Blogs und Facebook attestiert onreact eine mögliche Zukunft neben Twitter. In Deutschland sind es vor allem Blogs, myspace, Facebook, Xing ,mr.wong und natürlich Twitter, die im Social Web eine Rolle spielen, die jedoch nicht so bedeutend ist, wie in den USA. Auch hierzulande haben die Portale mit dem Userschwund „dank“ Twitter zu kämpfen.

Thesen zu ROI und Social Media

Social Media kann durchaus als Brandinginstrument verwendet werden. So kann man beispielsweise Sonderangebote und Kampagnen recht kostengünstig „bewerben“ und für produktnahe Diskussionen sorgen.  Erfolgsbeispiel war hier DELL, die via Twitter (1,4 Mio Follower) richtig gut PCs und Co. verkauft haben und dies auch weiterhin fortführen. Für onreact lohnt es sich auf jeden Fall im Social Webbereich aktiv zu sein. Sein Vortrag war leider ein wenig zeitlich überdimensioniert und wurde vorzeitig  unterbrochen.

Nach den beiden eher trockenen Vorträgen ergriff Mario Fischer mit seiner „kwick änd dörti“ Show das Mikrofon. Als Einstieg erwähnte er den Social Media Fall Jako. Hier die Kurform der Story: Blogger bezeichnet Logo als zu billig, Blogger wurde abgemahnt,  Bloggosphere rebellierte und Jako ruderte sofort zurück. Dürfte den meisten Bloggern unter euch bekannt sein. Das als kurz, kurz Fassung. Bad Reputation at its best. So demonstrierte Mario Fischer, die mögliche Macht von Social Media. Auch er empfiehlt die viralen Kräfte (Nachrichtenprotale, Blogs, Twitter usw.) zu nutzen.  Man sollte jedoch darauf achten, wie man mit Kunden kommuniziert. Auch er sieht in Twitter ein starkes Potential aber auch ein gefährliches Element, welches man aus PR -Sicht durchaus falsch anwenden kann. Beispiel: „Bad reputation“ Um die Power von Social Media zu veranschaulichen, nannte er Bing (US),da diese Suchmaschine auch Tweets auflösen, ja sogar die Short-Urls der Tweets auflösen (und folgen) kann. Evtl. spielen in Zukunft auch die Tweets und Retweets eine Rolle für die SERPS-Gestaltung. Dies wollte er jedoch nicht genau erläutern. Auch zum Linkaufbau kann man das Social Media direkt als auch inderekt (Linkbait) nutzen. Wenn man spannednen Content auf den diversen Portalen verteilt, so steigt die Chance, dass nicht nur Backlinks durch die Portale selbst bereitgestellt werden, sondern auch zum Verlinken anderer Seiten anregen.

Ganz zum Schluss verwies Mediadonis auf das IKEA Marketingvideo, welches euch evtl. via Twitter durch den Bildschirm sauste. Das war die Social Media Session auf der SES. Ein wenig schwammig, aber nicht langweilig. Nur schwierig zum recappen. Ich hoffe ihr habt trotzdem den Input erhalten, den ihr erwartet habt.


Kommentare

  1. Anonymous meint:

    Klingt etwas schwach. Gerade im Bereich Performance-Analyse sind die meisten Social Media-Agenturen ziemlich faul und unkreativ. Obwohl es für mich nur ein „Nebengleis“ ist, habe ich schon weit mehr Analyse-Konzepte, als ich es bislang von Social Media-Agenturen gehört habe. Jungs und Mädels, da müsst ihr echt noch aufstocken!

    Ansonsten zum Thema „Brandinginstrument“: Ich glaube, hier gab es Begriffsverwirrung 😉 Branding hat gerade nichts mit Abverkauf zu tun, sondern mit Image-Förderung. Und dürfte nicht nur „möglich“, sondern sogar die große Stärke von Social Media sein.

  2. Danke für die Berichte der letzten zwei Tage zur SES Berlin. Obwohl es jeweilige Zusammenfassungen waren, konnte ich für mich ein paar gute Informationen daraus entnehmen.

    Gruß,
    Andreas

  3. Vielen Dank für die gelungene Zusammenfassung! In der Tat habe ich mich zeitlich etwas verzettelt, denn zunächst hieß es wir würden die Session nur zu zweit machen also Christian Clawien und ich.

    Ich würde gern noch ein Paar Details ergänzen die vielleicht untergegangen sind bzw. hier im Text nicht auftauchen.

    Dell macht derzeit im Social Web alles richtig. Die 2 Millionen Dollar die bis 2008 über den Dell Outlet Twitter Account eingenommen wurden sind ja nur der offensichtlichste Aspekt einer ganzheitlichen Social Media Strategie.

    Ich habe davon noch die Dell Ideastorm Feedback-Community herausgestellt wo teils bis zu 40.000 User sich ein bestimmtes Feature oder Produkt wünschen. Was will man mehr als wenn die Kunden einem sagen was sie wollen?

    Zudem ist ihre Informationspolitik gegenüber Blogs in den USA von Erfolg gekrönt. Dell steht etwa beim neuen Dell Adamo XPS drei mal in der Google.com Top 10 und die Top 5 sind 3 Blogs und auf Platz 1 die Dell Adamo XPS Mikrosite.

    In Deutschland dürfen wir nicht die VZ Communities vergessen.

    Social Media ROI entsteht also durch Verkauf, Feedback und Publicity wie nicht nur Dell zeigt.

    Übrigens: Mit Uservoice, Get Satisfaction etc. kann sich jeder so eine Feedback-Community anlegen.

  4. Moin,
    möchte noch ergänzen, dass ich bei der Session eingesprungen bin und leider auf dieses Thema nicht vorbereitet war. Hab in der Pause schnell ein paar Folien erstellt, damit das nicht so naggich wird. Hat aber trotzdem großen Spaß gemacht – ich fand die Session insgesamt gut. Auch wenn die ROI-Rechner etwas zu kurz gekommen sind. Aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich das im Social-Media Bereich nicht seriös rechnen lässt. Das ist Augenwischerei und noch schlimmer, als bei vielen eigentlich „kalkulierbaren“ Projekten rumgefiselt wird…

  5. Hey Mario,

    Das war doch super. Du hattest auf jeden Fall die meisten Lacher. Ich denke dein Vortrag hat gezeigt, dass Humor im Web und darüber hinaus ein exzellentes Vehikel ist zum Ziel zu kommen.

    Ich sehe Social Media ROI auch nicht ganz 1 zu 1 wie das sonst berechnet wird. Viele Faktoren sind hierbei zu soft um berechnet werden zu können, wirken sich langfristig aber positiv auf den Gewinn aus (etwa das Feedback).