Neue Guidelines für mobile Inhalte

Im Webmaster Central Blog haben Bryan McQuade und Pierre Far neue Guidelines und ein verbessertes PageSpeed-Tool für mobilen Content vorgestellt. In den Tipps geht es vor allem um die möglichst schnelle Auslieferung von Inhalten auf Mobilgeräten. Nach Google-Angaben braucht es durchschnittlich sieben Sekunden, bis Above-the-Fold-Seiteninhalte auf Smartphones etc. geladen sind. Google möchte die Zeit auf unter eine Sekunde drücken und gibt dazu folgende Best Practices bekannt:

  • Server müssen die Anfrage unter 200 ms beantworten
  • Anzahl an Redirects sollte so gering wie möglich gehalten werden
  • Anzahl der Roundtrips bis zum ersten Rendern sollte minimiert werden
  • Externes JavaScript und CSS Above-the-Fold sollte vermieden werden
  • Browser-Layout sollte in 200 ms gerendert werden
  • JavaScript-Ausführungszeit sollte optmiert werden

mobile-inhalte-ladezeiten-optimierung

Webmaster Central Blog: Making smartphone sites load fast
SEL: Google’s New Mobile Guidelines Focus On Delivering Content In Less Than A Second

SEO-Stolperfallen vermeiden

Dennis Tippe hat bei seo-handbuch.de eine schöne Zusammenfassung von typischen SEO-Stolperfallen veröffentlicht, die sicher nicht nur für SEOs interessant ist. Neben Klassikern wie verschenkter URL-Struktur und Duplicate Content werden auch Validierungsfehler und Webseiten-Ladezeit als Themen angesprochen.

Der größte Stolperstein ist […] das überhastete Handeln und eine zu schnelle Offpage-Optimierung. Besonders von Kunden wird hier schnell Druck aufgebaut, wenn ich zeitnah erste Erfolge sichtbar werden.

seo-handbuch.de: 19 SEO-Stolperfallen die man vermeiden sollte!

SEO und Page-Speed

Julian Dziki fasst bei seokratie.de die aktuelle Diskussion rund um SEO und Webseitengeschwindigkeit als Rankingfaktor zusammen.

Nur anhand der Seitengeschwindigkeit kann man selbstverständlich kein gutes Ranking erstellen. Wen es meiner Erfahrung nach aber immer erwischt, ist das “Schlusslicht” in Sachen Geschwindigkeit.

Im weiteren Verlauf des Artikels gibt Julian noch einige nützliche Tipps, um die Ladezeit von Webseiten zu messen und zu minimieren.

seokratie.de: Seo & Webseitengeschwindigkeit: Der größte Rankingfaktor

Google AdSense wird schneller

Google hat die show_ads.js bei AdSense-Anzeigen optimiert, um die Ladezeiten von Webseiten zu verringern. Bei Inside AdSense heißt es, dass die erhöhte Ladezeit von Webseiten mit AdSense damit praktisch eliminiert wurde.

We’re very happy to announce that we’ve eliminated this slowdown for the majority of websites and for a number of browsers, and are seeing pages load as much as a second faster than before.

Von den schnelleren Ladezeiten profitieren Nutzer von Google Chrome, Firefox und Internet Explorer 8. Eine Erweiterung auf andere Browser (sowie veraltete Versionen) ist bereits in Planung.

Inside AdSense: Making the web faster for all AdSense for content publishers
Google Code Blog: Your Web, Half a Second Sooner

Google pusht mod_pagespeed

Im Webmaster Central Blog stellt Google das Apache-Modul mod_pagespeed vor, das durch verschiedene Caching-Funktionen die Ladezeit von Webseiten um bis zu 50% verringern kann:

We’ve seen mod_pagespeed reduce page load times by up to 50% (an average across a rough sample of sites we tried) — in other words, essentially speeding up websites by about 2x, and sometimes even faster.

Das Modul wird als Open Source-Software für Apache 2.2 veröffentlicht.. Zusammen mit dem US-Hoster Go Daddy arbeitet Google an einer für Hosting-Kunden bereits integrierten Lösung.

Webmaster Central Blog: Make your websites run faster, automatically — try mod_pagespeed for Apache

Matt Cutts über langsame Ad Server

Matt Cutts geht im folgenden Video auf die Frage ein, ob langsame Ad Server das Ranking einer Seite beeinflussen können:

Zusammenfassung: Matt empfiehlt — soweit möglich — auf asynchrones JavaScript zu setzen, um die Ladezeit von Webseiten durch langsame Ad Server zu begrenzen. Als Beispiel führt er Google Analytics an und verweist darauf, dass in Zukunft mehr Ad-Netzwerke die Anzeigen-Auslieferung auf asynchrones JavaScript umstellen werden. — Im zweiten Teil des Videos wiederholt Matt, dass die Website-Geschwindigkeit nur eines von über 200 Ranking-Kriterien sei. Eine Seite rankt nicht automatisch besser, wenn die Ladezeit gering ist; andererseits kann ein extrem langsamer Seitenaufbau schädlich sein.

Bilderintensive Webseiten und Ladezeit

Als Bilder-SEO hält Martin Mißfeldt wenig bis gar nichts von der Ankündigung Googles, auch die Ladezeit einer Seite als Rankingfaktor zu nutzen. Seiner Meinung nach werden Bilder so zu einem „negativen Rankingfaktor“. Etwas dramatisierend schreibt er:

Die ideale Website ist eine, die man in den Anfängen des Internets gesehen hat: spartanisch und mit aller Gewalt auf Dateigröße optimiert. Nur: damals war es technisch bedingt – aber heute? […] In Zeiten von DSL ist es relativ schnuppe, ob einer Seite eine halbe Sekunde länger braucht oder nicht. Mir ist das ästhetische Erscheinungsbild und der Einsatz von Medien weitaus wichtiger.

Blogartikel: Neuer Rankingfaktor „page-speed“ – Googles Bildersturm im Internet?

Google Analytics und AdSense zum Rankingfaktor Ladezeit

Auch in den offiziellen Blogs zu Google Analytics und Google AdSense macht man sich Gedanken zur Reduzierung von Ladezeiten:

With this announcement, we wanted to remind you about Google Analytics asynchronous tracking. The asynchronous tracking code has a faster load time and can improve site speed, especially on rich-media or script-heavy pages.

AdSense-Anzeigen sollen auch schneller von Google ausgeliefert werden — irgendwann mal:

AdSense is built to load ads quickly so there’s no need to change your AdSense setup. Even so, we are working to speed up our ads products further. In addition, […] some suggestions of things you can do on your side, like enabling compression for your site, enabling caching of images, JavaScript, and CSS, and minimizing the size of your JavaScript with Closure Tools.

Mehr Infos:

Offiziell: Ladezeit ist Rankingfaktor

Google hat es im Webmaster Central Blog nun offiziell bestätigt: Ladezeit beeinflusst das Ranking einer Seite.

[T]oday we’re including a new signal in our search ranking algorithms: site speed. Site speed reflects how quickly a website responds to web requests.

Betroffen sind laut Aussage von Amit Singhal und Matt Cutts aber (bisher) nur der englische Sprachraum / Google.com. — Über eine Ausweitung auf andere Sprachen und SERPs wurde nichts bekannt gegeben; diese dürfte aber wohl bald folgen.

While site speed is a new signal, it doesn’t carry as much weight as the relevance of a page. Currently, fewer than 1% of search queries are affected by the site speed signal in our implementation and the signal for site speed only applies for visitors searching in English on Google.com at this point.

Google empfiehlt Webmastern die folgenden Tools, um Ladezeiten zu überprüfen / verbessern:

  • Page Speed, an open source Firefox/Firebug add-on that evaluates the performance of web pages and gives suggestions for improvement.
  • YSlow, a free tool from Yahoo! that suggests ways to improve website speed.
  • WebPagetest shows a waterfall view of your pages‘ load performance plus an optimization checklist.
  • In Webmaster Tools, Labs > Site Performance shows the speed of your website as experienced by users around the world
  • Many other tools on code.google.com/speed.

Johannes fasst im SISTRIX-Blog zusammen:

Unter „Ladegeschwindigkeit“ werden aktuell zwei verschiedene Zeiten subsumiert. Zum einen ist da die reine Auslieferungszeit der HTML-Seite. […] Der zweite Wert – und das ist der, der künftig in den Algorithmus einfließt – ist die Zeitspanne bis zur Auslieferung der kompletten Seite: inklusive Grafiken, JavaScript und AdServer-Geschichten.

Mehr Infos:

JavaScript-Dateien mit Google bündeln

Anstatt für jede JavaScript-Datei einen eigenen Request zu starten, empfiehlt Sergej Müller von playground.ebiene.de die Bündelung mit Hilfe von Google:

Aktuell berücksichtigt Google die Geschwindigkeit der Webseiten als einen nicht unerheblichen Ranking-Faktor, gibt den Entwicklern aber auch ausgereifte und kostenfreie Werkzeuge für diesen Zweck in die Hände. Die Zusammenführung der JavaScript-Dateien ist eine wichtige Schraube im mächtigen Motor der Performance-Optimierung und darf daher nicht “einrosten”.

In seinem Artikel stellt Sergej die beiden Google-Dienste AJAX API Loader und Google Closure Compiler vor, um JavaScript-Requests zu reduzieren.

Artikel lesen: Webseiten-Performance: JavaScript-Dateien mit Google bündeln