Interview: Google Autocomplete manipulieren

Malte Landwehr hat bei lorm.de ein Interview mit Daniel Wette, Geschäftsführer bei FAIRRANK, geführt. Darin geht es um theoretische und praktische Möglichkeiten der Google Autocomplete-Manipulation und wie diese die Online-Reputation von Firmen und Personen beeinflussen kann.

Dies kann durch passive Einflussnahme (z. B. mittels PR-Aktionen) oder durch aktive Einflussnahme (mittels Erzeugung von Suchvolumen auf die gewünschte Begriffskombination) geschehen.

Nach Aussage von Daniel liegt die Klickrate bei negativen Suggest-Vorschlägen bei 4-5%. Diese würden sich unter Umständen „quasi selbst befeuern“ und damit in den Vorschlägen festigen.

lorm.de: Google Suggest Autocomplete Manipulation

[via seounited]

SEMSEO: Linkaufbau und Reputationsmanagement

Über die Tücken des Linkaufbaus und die erfolgreiche Einbindung eines erfolgreichen Linkbuildings beim Reputationsmanagement spricht jetzt Prof. Dr. Mario Fischer vom tms Institut für Technik & Marktstrategien.

Warum muss man beim Linkaufbau vorsichtig sein?

  • ungefähr 22% aller Webseiten sind Spam
  • ungefähr 33% sind Duplicate Content
  • ungefähr 90% aller SEOs sind Dumpfbacken 😉
  • wer nicht aufpasst, hinterlässt versehentlich „spammige“ Spuren

Linkaufbau intern bzw. on-site:

  • Transparent verlinken (Stichwort PageRank-Aufbau, Juice-Flow).
  • Nicht nur extern sondern auch intern Keyword-Links im Fließtext setzen.
  • Broken Links überwachen! Gerade bei alten (statischen) Seiten entstehen schnell kaputte Links (aus Bot-Sicht). Hohe 404-Fehler-Quoten könnten im Ranking schaden.
  • URL-Strukturen möglichst stabil halten, auch bei Relaunches. Am besten eine ein Mal publizierte URL nie mehr ändern (siehe auch „cool URIs don’t change“-Grundsatz, Anm. d. Red.)
  • Canonical steuern (rel canonical, 301 etc.)
  • Duplicate Content ausindizieren. Meta noindex ja, Meta nofollow nein – Juice nutzen und 301en oder zumindest Links setzen.
  • XML-Sitemaps bringen insbesondere etwas für den Longtail
  • Internen Linkflow kontrollieren – wie fließt der Linkjuice intern?

Der beste Platz für einen Link ist im Textfluss. Link ist aber nicht gleich Link – es kommt an auf Umfeld, Vertrauen, Anzahl der Links, Relevanz, „Stärke“, Linktext, Alter, Attribute, Verwandtschaft usw.

Die bloße Linkmenge sagt nur wenig aus. Eine hohe Class-C-IP-Popularität ist wichtig, da eine geringe Verwandtschaft der Links suggeriert wird.

Woher Links bekommen?

Virale Kräfte nutzen (Nachrichtenportale, Blogger, Twitter etc). Wichtig: Teil der Community werden! Etwas geben, dann kommt auch etwas zurück. Linkbaits als Mittel nutzen!

Suchanfragen-Beispiel, um Linkquellen zu finden:

  • site:.edu inurl:blog „post a comment“ -„comments closed“ -„must be logged in“

Vor allem: kreativ sein!

Reputationsmanagement

Keine öffentliche Diskussion vom Zaun brechen – kann nach hinten losgehen und das ganze noch höher schaukeln.

Alternativ: Einen Blog einrichten, der eine andere (positivere) Meinung vertritt. Oder Links auf „bessere“ Suchergebnisse setzen, um die Rankings zu verbessern und die negativen Einträge zu verdrängen.

Oder einfach Russenlinks kaufen und die Zielseite aus dem Index befördern 😉

Linkaufbau

Vorsicht beim Linkkauf! Mögliche Erkennungskriterien können sein:

  • Linkverhältnis intern/extern
  • Wechselnde Linktexte bei gleichem Linkziel
  • Linktextwechsel über die Zeit
  • Verhältnis Deeplinks zu Startseitenlinks
  • Anzeichen von PR-Sculpting
  • Fehler von Domainnamen in den Linktexten
  • Externe Links ohne inhaltlichen Zusammenhang
  • Intervall-Buchungen (monatlich)

Wie „lernen“ Maschinen?

Google setzt insgesamt rund 800 Qualitätstester alleine in Deutschland ein. Die Entscheidungen dieser Tester fließen als Muster in die Algorithmen ein.

Beispiel-Muster als mögliche Signale:

  • 80 der 100 längsten Hostnamen (Domains) sind aus dem Bereich Pornographie, Finanzen usw.
  • Ungewöhnliche Muster im URL
  • Viele Domains auf einer IP (kein direkter Grund für eine Penalty, aber ein Signal) – 3,5% aller IPs haben über 10.000 Domains
  • Linkeigenschaften und -muster
  • Vergleich von HTML-Footprints (Stichwort Rauschmessungen)
  • HTTP Response Header-Auswertungen
  • Worthäufigkeit

Es folgen ein paar interessante technische Fakten über Google:

  • Mehrere hundert Milliarden Dokumente im Index
  • Über eine Billion Links
  • Eine einzelne Suchanfrage beschäftigt mehrere tausend Server
  • ca. 15.000 Abfragen weltweit pro Sekunde
  • durchschnittliche Antwortzeit 50 ms
  • > 10 Exabyte Speichervolumen
  • Derzeit ca. 500 Tabellen, die Größte fasst rund 70 Petabyte
  • Google könnte das ganze Internet im Arbeitsspeicher halten (!)

Was braucht man also für gute Links?

  • Trust-Links (1 pro Domain reicht, Text egal)
  • Themenrelevanz
  • wenigstens 50% Links auf die Startseite
  • breite Class-C-Verteilung der IP-Popularität
  • nofollow Links im Mix
  • variierende Anchor-Texte (auch „hier“, „weiter“, „hier klicken“)
  • Keyword-Links als Deeplinks, aber nicht mehr als 20%
  • Linkwachstum: maximal +10% pro Monat

Fazit Linkaufbau: Obacht!

Fazit Reputation-Management: Am besten Kooperationen!

Q & A

Q: Werden Links je nach Dokumenttyp unterschiedlich gewichtet?
A: Es gibt Anzeichen dafür, dass PDF-Dokumente für manche Begriffe besser ranken, was aber auch aber auch am in der Regel höheren Wertgehalt liegt. PDFs geben ebenso PageRank ab. Insgesamt ist der Dokumenttyp aber wenig relevant.

Q: Lohnt es sich, ein eigenes Linknetzwerk zu bauen?
A: Kann sich lohnen, weil man Kontrolle über den Content hat. Es ist aber verdammt schwierig, da man leicht Daten hinterlässt, die das Netzwerk offenlegen.

Q: Lohnt Longtail, wenn man schon für Single Keywords gut rankt?
A: Ja. Mit einem Single-Keyword ranken bringt zwar viel Traffic, aber Longtail-Keywords konvertieren in der Regel erheblich besser – kommt auf die Summe an.

Q: Kryptische URLs in „sprechende“ URLs ändern?
A: Never touch a running system. Nicht unbedingt nötig, solange es läuft.

Prof Dr. Fischer kündigt zum Schluss als Buchnachfolger das „Website Boosting“-Magazin an, welches bald erscheinen wird und sich mit ähnlichen Themen wie schon das Buch beschäftigen wird. Erscheinungsintervall alle zwei Monate, Umfang rund 100 Seiten.

Leseprobe kostenlos bestellbar unter website-boosting.com.

Kaffeepause 🙂