Auch Yahoo setzt auf Echtzeitsuche

Nach Google und Bing will auch Yahoo verstärkt auf Echtzeitinhalte von Twitter setzen. „Echtzeit“ bedeutet für Yahoo aber anscheinend etwas anderes als bei der Konkurrenz. In einem Artikel bei ZDNet.de heißt es:

Im Unterschied zu Google verwendet Yahoo jedoch nicht Twitters sogenannten „Firehose“, einen automatischen Daten-Feed, sondern die öffentliche API. Als Folge erscheinen die Tweets bei Yahoo mit 15 bis 20 Minuten Verzögerung.

Yahoo hat zudem einen weiteren Stolperstein eingebaut:

Ein weiterer Unterschied zu Googles Echtzeitsuche ist, dass Yahoo-Nutzer die Suchergebnisse manuell aktualisieren müssen. Die von Google in seine Ergebnisseite integrierte Echtzeitsuche aktualisiert sich automatisch.

Wie bei Google gibt es auch eine seperate „Latest Results for…“-Seite:

Für besonders gefragte Themen zeigt Yahoo oberhalb der Suchergebnisse einen Link an, der Anwender auf eine separate Ergebnisseite mit Twitter-Nachrichten weiterleitet.

Mehr Infos bei ZDNet: Yahoo zeigt ab sofort Twitter-Feeds „in Echtzeit“ an

Interview mit Rich Riley, Yahoo-Europa-Chef

Der Chef von Yahoo Europa hat manager-magazin.de ein Interview zum bevorstehenden Relaunch von yahoo.de gegeben.
Das neue Yahoo steht seit gestern ersten Testnutzern zur Verfügung und soll „in den kommenden Wochen“ zunächst als Beta-Version der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Erst gegen Ende des Jahres soll yahoo.de dann auch für alle Nutzer des Portals in neuer Optik zur Verfügung stehen.

Rich Riley, der mit 25 Jahren nach dem Verkauf seines Startups Log Me On zu Yahoo kam und mittlerweile Chef von Yahoo Europa ist, antwortete auf die Frage, warum Yahoo nun auch Facebook und Konkurrent Google in das neue Portal integriert hat:

Die Entscheidung, uns zu öffnen, ist in der Tat ein Bruch mit der alten Firmenphilosophie. Aber die Nutzer werden immer besser darin, das zu finden, was sie im Internet suchen. Deswegen sind die Tage der in sich geschlossenen Seiten gezählt. Wir wollen dem Nutzer nicht nur das Beste zeigen, was wir im Angebot haben, sondern das Beste aus dem ganzen Internet.

Zum Werbe-Deal mit Microsoft:

Es werden sicherlich noch einige Jahre vergehen, bis diese Partnerschaft voll zur Geltung kommen kann. Derzeit warten wir noch auf die Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Aber die Kosteneinsparungen, von denen Sie sprechen, werden in der Tat beträchtlich sein. Das Geld wird in die Weiterentwicklung unserer Webpage, E-Mail und Nachrichten fließen, also in unsere Kernkompetenzen.

Das ganze Interview gibt’s bei manager-magazin.de: „Die Tage geschlossener Webseiten sind gezählt“