Webschorle-Interview mit Johannes Beus

In der 17. Ausgabe der Webschorle hat Andreas Graap den Geschäftsführer der SISTRIX GmbH zum Pinguin-Update beftagt. Hier das Interview in voller Länge:

Zusammenfassung: Joahnnes sieht mehrere Faktoren, die zur Abwertung von Webseiten im Rahmen des Pinguin-Updates geführt haben können. Unnatürliche Linkprofile stehen dabei an erster Stelle: Ewig gleiche Ankertexte im Zusammenhang mit dubiosen Linkquellen (aber auch OnPage-Eigenschaften wie eine zu hohe Keyword-Dichte) haben oft dazu beigetragen, im Pinguin-Filter zu landen. „Der eine Grund“ konnte aber auch in den Sistrix-Analysen nicht gefunden werden: „Wir haben zu jedem Beipiel auch ein Gegenbeispiel“. Wahrscheinlich nicht zum Pinguin beigetragen haben User Experience und Nutzer-Verweildauer.
Die Abwertung von Domains lässt sich mit SISTRIX-Daten den jeweiligen Updates zuordnen, auch wenn Panda-Verfeinerungen und das neue Pinguin-Update zeitlich nah beieinander liegen. „Für die Nutzer ergibt sich kaum ein Unterschied in den SERPs“ erklärt Johannes. Die betroffenen Seitenbetreiber sehen das natürlich anders. Im Vergleich zum Panda halten sich die Kollateralschäden beim Pinguin in Grenzen; die Treffgenauigkeit hat sich erhöht. Johannes erwartet erneute Pinguin-Updates in den nächsten 1-2 Monaten, „warten hilft aber nicht“.
Keyword-Domains sind nicht überdurchschnittlich betroffen, auch hier ist das Linkprofil entscheidend, nicht die Art der Domain.
Google braucht bei der Bewertung eine große Datenbasis: „Statistische Sicherheit gibt es erst bei einer Vielzahl an Signalen“. Wenige Backlinks zu haben, um unter dem Google-Radar zu bleiben, ist aber auch keine Lösung. Wer keine Qualität bietet, fliegt mit den nächsten Google-Updates wieder raus.
Allgemein auf Algo-Updates angesprochen verweist Johannes darauf, dass sich heute die Frequenz keineswegs erhöht hat. Google kommuniziert heute einfach offensiver, öffentlichkeitswirksamer und „gibt ihnen lustige Tiernamen“.
Ist die Zeit des Cheatens also endgültig vorbei? Es kommt auf die Perspektive an: Wer langfristig Erfolg haben will, sollte die Signale verstanden haben. Abkürzungen sind nach wie vor möglich, wenn kurzfristiger Erfolg wichtiger ist.

Webschorle: Webschorle #17 mit Johannes Beus zum Pinguin-Update