Wie wirkt Google gegen sinkenden CPC durch weltweit stärkere Smartphone-Nutzung?

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Der Head of Content bei den Online Marketing Rockstars, Roland Eisenbrand, hat auf Gründerszene einen sehr interessanten Gastartikel über die Entwicklung von Googles Werbeprogramm AdWords und die Einflüsse von der vermehrten Mobil-Nutzung auf CPC-Raten veröffentlicht. Denn weltweit suchen die Menschen genauso häufig mit ihrem Smartphone im Internet nach Informationen, wie mit ihrem Laptop oder Desktop-PC.

Mit besonderem Fokus auf die Einflüsse durch vermehrte Mobilnutzung, wollen wir verschiedene Aspekte nun näher vorstellen.

Im Börsenbericht des Jahres 2012 erklärte Google, dass der durchschnittliche CPC sinkt. Die Gründe dafür lägen auch in dem durchschnittlich niedrigeren CPC auf Mobilgeräten:

The decrease in the average cost-per-click paid by our advertisers was driven by various factors, such as the general strengthening of the U.S dollar compared to certain foreign currencies (primarily the Euro), the revenue shift mix between Google websites and Google Network Members’ websites, the changes in platform mix due to traffic growth in mobile devices, where the average cost-per-click is typically lower compared to desktop computers and tablets, and the changes in geographical mix due to traffic growth in emerging markets, where the average cost-per-click is typically lower compared to more mature markets.

Quelle: Börsenbericht Google Dezember 2012

Im Gespräch mit Roland Eisenbrand berichtete Google AdWords Produktmanager Jerry Dischler, dass auch der durchschnittlich niedrigere CPC bei YouTube zu einer generellen Absenkung des globalen CPC führen würde:

Wenn also die Zahl der Klicks mit niedrigem CPC bei YouTube zunimmt, kann dies zu einem Sinken des durchschnittlichen CPCs führen, selbst wenn bei anderen unserer Angebote der CPC gar nicht sinkt.

Im mobilen Bereich zeigt Google zurzeit – je nach Suchanfrage – sogar drei AdWords Ergebnisse an. In unserem Beispiel unten werden bei der Suchanfrage mit eindeutiger Kaufabsicht “Buch kaufen” drei AdWords Ergebnisse oberhalb der organischen SERPs angezeigt. Bei einer Suchanfrage nach einer Information “DIN-Norm” allerdings nur ein AdWord-Ergebnis:

Drei_AdWords_Kauf_Suchanfrage_Buch_kaufen Eine_Anzeige_Informationssuchanfrage_DIN_Norm

Versucht Google damit die Mobil-Nutzer in ihrem Klickverhalten, besonders bei Suchanfragen mit Kaufabsicht, zu beeinflussen? Oder zeigt Google bei Keywords mit höherem CPC mehr AdWords an, als bei Keywords mit niedrigerem CPC?

Laut Schätzungen der Investmentbank Goldman Sachs soll das mobile Werbegeschäft rund ein Fünftel des Unternehmensumsatzes von Google ausmachen – mit aktuellen Erkenntnissen wahrscheinlich steigend. Stärkster Konkurrent ist hier Facebook, die mit gesponserten Beiträgen ordentlich Umsatz machen.

Versucht Google die Einnahmen im mobilen Bereich durch Kampagne gegen App-Interstitials zu erhöhen?

Im Interview mit Roland Eisenbrand erzählte Jerry Dischler, dass man bei Google daran arbeite neue Einnahmequellen im mobilen Bereich zu generieren, um für die in der Zukunft wahrscheinlich zunehmende starke Mobilnutzung gewappnet zu sein. Dazu zählen neben innovativen neuen Werbeformaten, die wir schon in der Vergangenheit vorgestellt hatten, auch App-Promotionen. Seit Anfang des Monats entzieht der Suchmaschinengigant aus Mountain View Webseiten, die mit ganzflächigen App-Interstitials, zur Promotion ihrer eigenen App, arbeiten, das “mobile-friendly”-Label. Damit könnten sie auch automatisch in den Mobil-Rankings abrutschen, denn hier werden mobilfreundliche Webseiten bevorzugt angezeigt. Auf diese Weise kann Google seinen Nutzern eine bestmögliche User Experience bieten. Google empfiehlt Webmastern für die Promotion ihrer Apps sogenannte Inline-Banner. Diese können, laut Jerry Dischler, auch von Google selbst ausgespielt werden. Bei dem eigenen Angebot “Universal App Campaigns” übernimmt die Suchmaschine für seine Kunden neben In-App Werbung auch die Ausspielung von Display-Bannern im Browser von Mobilgeräten. Diese arbeiten natürlich nach Google-Richtlinien und die Webseiten auf denen sie angezeigt werden, behalten auch das “mobile-friendly”-Label. Ist Googles Vorgehen gegen ganzflächige App-Interstitials somit nur eigennützig und dient der Generierung von Einnahmen im mobilen Bereich?


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